Großteile Südafrikas sollen 2026 überdurchschnittliche Niederschläge und weniger heiße Tage erleben, angetrieben durch schwache La-Niña-Bedingungen. Dieser Wandel könnte der Landwirtschaft nutzen, erhöht aber Überschwemmungsrisiken in den Inlandprovinzen. Jüngste nasse Witterung hat bereits Todesfälle und Schäden im KwaZulu-Natal und Gauteng verursacht.
Die Inlandprovinzen Südafrikas stehen am Anfang von 2026 ein nasseres Wetter bevor, wie Klimamodelle des South African Weather Service mit anhaltenden schwachen La-Niña-Bedingungen über den Sommer hinweg zeigen. Dieses Muster, bei dem die Gewässer des Pazifiks leicht abkühlen, bringt typischerweise mehr Regen und mildere Tagestemperaturen in Regionen wie Gauteng, Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal sowie Teile von North West und Free State.
Die jüngsten Monate haben diesen Trend vorgeahnt, mit nasserem und kühlerem Wetter, das zu Überschwemmungen im KwaZulu-Natal und Eastern Cape, Hagelstürmen im Gauteng, Mpumalanga und Limpopo führte. Mindestens vier Menschen starben letzte Woche durch Überschwemmungen im KwaZulu-Natal, wobei über 100 Häuser beschädigt wurden, und ein Todesfall ereignete sich in Olievenhoutbosch im Gauteng durch starke Regenfälle. Diese Ereignisse unterstreichen die drohenden Risiken.
Meteorologin Michelle du Plessis von Vox Weather betonte, dass solche Prognosen die Wahrscheinlichkeiten zugunsten nasserer Bedingungen verschieben, sie aber nicht garantieren. Professor Willem Landman, Klimawissenschaftler an der University of Pretoria, ergänzte, dass saisonale Vorhersagen von täglichen abweichen und kein El-Niño-Signal erkennbar sei, was Dürrebedrohungen für den Jahresanfang 2026 vermeidet. Klimawissenschaftler Kobus Olivier prognostizierte, dass die schwache La Niña nur zwei Monate anhalten und bis Februar normalisieren werde.
Die provincialen Aussichten variieren: Gauteng erwartet häufige Gewitter und kühleres Höchstmaß; Limpopo und Mpumalanga stärkere Regenfälle, die der Landwirtschaft nutzen, aber Überschwemmungsrisiken bergen; Küste und Midlands von KwaZulu-Natal haben höheres Hochwasserrisiko. Im Gegensatz dazu könnte das Western Cape trockeneres, wärmeres Wetter erleben, wobei die Vorhersagbarkeit dort geringer ist.
Trotz kurzfristiger Abkühlung durch Wolken und Regen hält die langfristige Erwärmung an – 2024 war das heißeste Jahr aller Zeiten. Landman warnte: „Man kann Klimatrends nicht anhand weniger nasser Wochen beurteilen.“ Überdurchschnittlicher Regen erhöht Blitzflutgefahren in städtischen und informellen Gebieten mit schlechter Drainage. Später im Jahr 2026 könnte ein schwaches El Niño trockeneres Wetter bringen, doch Experten mahnen zur Vorsicht bei Interpretationen.