Einen Tag nach den Rekordböen von 213 km/h des Sturms Goretti, die in der Manche rote Warnstufen auslösten, sind Stromausfälle auf 320.000 Haushalte gestiegen – vor allem in der Normandie – mit 60.000 bis Freitagmorgen wieder angeschlossen. Das Kernkraftwerk Flamanville schaltete zwei Reaktoren wegen einer beschädigten Hochspannungsleitung ab, während zwei schwere Verletzungen bei moderatem Menschentoll gemeldet wurden, dank effektiver Warnungen.
Die Auswirkungen des Sturms Goretti haben sich über Nacht verschlimmert, Enedis meldet 320.000 Haushalte ohne Strom am Freitagmorgen in der Normandie, Bretagne, Picardie und Île-de-France – weit über den anfänglichen Schätzungen von 50.000, aber weniger schwer als die 1,2 Millionen des Sturms Ciarán 2023. Zwei schwere Verletzungen: ein 26-jähriger Mann nach Fall vom Dach im Nord, und ein 43-Jähriger in der Aisne. In der Manche (zuvor rote Warnstufe) bearbeiteten Feuerwehrleute 400 Einsätze bei umgestürzten Bäumen, Kabeln und Dächern. Präfekt Marc Chappuis nannte es 'außergewöhnlich' und lobte das Warnsystem für das moderate Opferbilanz: 'Es ermöglichte den Bewohnern, Schutz zu suchen und Objekte daran zu hindern, zu Wurfgeschossen zu werden.' EDF drosselte präventiv die Leistung im Flamanville-Kraftwerk am Donnerstagmorgen (50% für Reaktor 1, 55% für EPR), doch ein umgestürztes Hochspannungskabel zwang zum Abschalten zweier Blöcke, der dritte war in Wartung. Lokale Bewohnerin Virginie Pasco, 44, aus La Hague: 'Wir blieben im Erdgeschoss – oben vibrierten Gegenstände und Baumkronen schwankten wie nie zuvor.' Schulen bleiben freitags in Manche und Seine-Maritime geschlossen. In Cherbourg wurden 20 Personen ohne Verluste evakuiert; bei Rouen beschädigte ein 45-Meter-Baum fünf Häuser, weitere Evakuierungen. Hafen Dieppe wegen steigender Wasserstände gesperrt, Überschwemmungen in Étretat und Fécamp. Météo-France stuft die meisten Warnungen auf gelb herab, da sich das Wetter beruhigt, trotz anhaltender Schauer und Böen.