Ein intensiver Schneefall trifft Frankreich am Mittwoch, 38 Départements in Orange-Alarm wegen Schnee und Eis. Verkehrsminister Philippe Tabarot rät vom Reisen in Île-de-France ab und empfiehlt Homeoffice. Tödliche Unfälle und Transportstörungen prägen bereits die aktuelle Episode.
Frankreich steht am Mittwoch, 7. Januar 2026, einer großen neuen Schneepisode gegenüber, nach intensiveren Niederschlägen als erwartet in den letzten Tagen. Laut Météo-France sind 38 Départements, von Poitou-Charentes bis zur belgischen Grenze über Centre-Val de Loire und Île-de-France, in Orange-Alarm. Die Prognosen sehen durchschnittlich 3 bis 6 cm Schnee, lokal bis 8-10 cm in Hauts-de-France und Ardennes, mit Vereisungsrisiko auf gefrorenem Boden vor.
Verkehrsminister Philippe Tabarot räumte in einer Pressekonferenz ein, dass «die Episode bedeutender ausfiel als erwartet, mit bis zu 8 cm an Orten». Er drängte zur Einschränkung von Reisen, betonte Homeoffice in Île-de-France, wo die Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt wird und schwere Lkw verboten sind. Sanef, der Autobahn-Betreiber, bittet Fahrer, Fahrten abzusagen.
Die Verkehrslage ist stark beeinträchtigt. SNCF stoppt Elektrozüge auf mehreren Linien von 6 bis 12 Uhr und drosselt Hochgeschwindigkeitslinien. Île-de-France Mobilités suspendiert den Schülerverkehr in vier Départements und erwartet Bus-Stillstände. An Pariser Flughäfen werden 40 % der Flüge am Charles-de-Gaulle und 25 % am Orly von 6 bis 14 Uhr wegen Schneeräumung abgesagt.
Die Episode hat bereits fünf Todesopfer gefordert: drei in Landes durch zwei Eisunfälle auf A63 und RD824 sowie zwei in Île-de-France, darunter ein VTC-Fahrer. Eine interministerielle Krisenzelle unter Leitung des Innenministers Laurent Nuñez koordiniert die Maßnahmen. Rund 6.100 Haushalte in Pays de la Loire sind ohne Strom, der Stromverbrauch überschritt 90 GW, ein seltener Höchstwert.
Trotz anhaltender Kälte seit Weihnachten erklären Experten wie Régis Crépet von La Chaîne Météo, es handle sich um einen «anhaltenden Kältespitze» und keinen nationalen Kaltlufteinbruch, obwohl regionale Kältewellen Ost und Mitte-Ost betreffen.