Schwedische Hilfe in Höhe von 55 Millionen Kronen ist über Sida an die palästinensische Organisation ICHR geflossen, die Verbindungen zu den terroristisch eingestuften Hamas und Islamischem Dschihad hat. Hilfsminister Benjamin Dousa (M) übernimmt die volle Verantwortung und hat den Generaldirektor von Sida ins Außenministerium zur Befragung zitiert. Unklar ist, wie viel Geld die Terrorgruppen erreicht hat.
Schwedische Hilfsgelder wurden über die Hilfsagentur Sida an die Independent Commission for Human Rights (ICHR) in Palästina von 2011 bis 2025 ausgezahlt. Die Gesamtsumme beträgt 55 Millionen Kronen. Laut Hilfs- und Handelsminister Benjamin Dousa (M) hat die Organisation Verbindungen zu den terroristisch eingestuften Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad. Das Geld wurde angeblich von Hamas, das Gaza kontrolliert, genutzt, um Polizei auszubilden und Podiumsdiskussionen mit Vertretern beider Terrororganisationen zu organisieren.
Die Informationen erreichten das Außenministerium in der vergangenen Woche. Dousa äußert starke Unzufriedenheit und hat den Generaldirektor von Sida, Jakob Granit, zu einem Treffen am Montagmorgen einberufen, um Antworten auf mehrere Fragen zu erhalten. Dazu gehören, wie die Mittel an ICHR fließen konnten, warum die Informationen verzögert wurden, wie ein neues zweijähriges Unterstützungspaket im Millionenbereich für 2026 vorbereitet werden konnte und warum die Organisation die verschärften Prüfungen der Regierung nach dem Terroranschlag am 7. Oktober 2023 bestand.
Nach dem Anschlag pausierte die Regierung vorübergehend die Hilfe für Palästina, erließ neue Anweisungen an Sida zur Vermeidung von Extremismus und berief neue Expertise in den Vorstand der Agentur. Trotzdem wurde die Unterstützung für ICHR jährlich seit 2011 fortgesetzt. Dousa betont seine Verantwortung: «Ich bin letztlich verantwortlich und übernehme die volle Verantwortung dafür, und genau deswegen werden wir auch handeln. Wir werden nicht zulassen, dass eine einzige schwedische Steuerkrone in die Hände von Terroristen oder in die Nähe von Terroristen gelangt.»
Der außenpolitische Sprecher der Sverigedemokraterna, Mattias Karlsson, bezeichnet den Vorfall als «völlig entsetzlich» und fordert bessere Aufsicht von Sida. Er plant, Granit in den Außenpolitikausschuss zu zitieren, und sieht die Verantwortung bei der Agentur. Etwa zehn andere Länder, darunter Belgien und Dänemark, haben ebenfalls ICHR unterstützt. Dänemark prüft nun, ob dies EU-Sanktionen verletzt. Sida hat nicht kommentiert, da Granit unterwegs ist, verspricht aber Antworten nächste Woche.