Außenministerin Maria Malmer Stenergard ist zu einem zweitägigen Besuch in der eritreischen Hauptstadt Asmara, dem ersten eines schwedischen Außenministers seit der Unabhängigkeit des Landes 1993. Sie traf ihren eritreischen Amtskollegen Osman Saleh, um bilaterale Beziehungen und regionale Sicherheit zu besprechen. Der Besuch erfolgt inmitten von Freilassungen von Häftlingen und der Inhaftierung des schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak.
Außenministerin Maria Malmer Stenergard (M) traf am Mittwoch in Asmara ein, für einen zweitägigen Besuch, den ersten eines schwedischen Außenministers seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993, so Berichte von Blankspot. Während des Besuchs traf sie den eritreischen Außenminister Osman Saleh, und sie diskutierten bilaterale Beziehungen zwischen Eritrea und Schweden, regionale Entwicklung sowie Frieden und Sicherheit in Afrika und dem Roten Meer-Gebiet, wie das eritreische Informationsministerium mitteilte.
Stenergard traf auch den eritreischen Arbeits- und Sozialminister. Der Besuch wird als Ergebnis von zehn Jahren diplomatischer Bemühungen zur Verbesserung der Beziehungen gesehen, mit Fokus auf Dialog statt Sanktionen, so Journalist Martin Schibbye bei Blankspot. Die Strategie, die in Schweden breite Unterstützung genießt, zielte darauf ab, den Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea zu lösen und die Inhaftierung von Bürgern nicht zu politisieren.
Der Kontext ist angespannt: Eritrea hält nach Angaben des UN-Hochkommissars für Menschenrechte über 10.000 politische Häftlinge. Der schwedisch-eritreische Journalist Dawit Isaak ist seit 2001 ohne Prozess inhaftiert, seit über 24 Jahren. Es ist unklar, ob sein Fall im Gespräch angesprochen wurde.
In dieser Woche hat das Regime Hunderte von Häftlingen freigelassen, die bis zu 18 Jahre ohne Prozess festgehalten wurden. Schibbye sieht darin ein „neues Fenster“ für die Außenministerin: „Wer wurde freigelassen, wer bleibt, warum genau diese, und was passiert mit den anderen?“ Der Besuch fällt in eine alarmierende Zeit mit Kriegsdrohungen zwischen Äthiopien und Eritrea um den Zugang zum Roten Meer. Schibbye, der selbst 2011 438 Tage in Äthiopien inhaftiert war, hebt die regionalen Risiken hervor.
TT hat um Stellungnahme von Stenergard gebeten.