Die Kanzlei Víctor Mosquera Marín Abogados legte der Interamerikanischen Menschenrechtskommission einen Bericht über Unregelmäßigkeiten im ersten Wahlgang vom 31. Mai vor. Das Dokument hebt eine 100-prozentige Stimmenkonzentration für Iván Cepeda in 218 Wahllokalen in Konfliktgebieten hervor.
Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit der Fundación Derechos y Justicia Asociados erstellt wurde, basiert auf offiziellen Daten der Registraduría Nacional del Estado Civil. Er führt aus, dass sich 168 der Wahllokale mit einstimmigen Ergebnissen für Cepeda in Gemeinden befinden, die unter die Programas de Desarrollo con Enfoque Territorial fallen. Die Autoren führen diese Ergebnisse auf die Präsenz bewaffneter Gruppen wie das Estado Mayor Central und die Ejército de Liberación Nacional in den Regionen am Pazifik, am Amazonas und an den Landesgrenzen zurück. Der Bericht zitiert öffentliche Anweisungen von FARC-Dissidentenführern, Stimmen zugunsten des Regierungsprojekts zu lenken. Präsident Gustavo Petro bekräftigte unterdessen die Notwendigkeit digitaler Wahlbeobachter, um die E-14-Formulare zu überwachen und mögliche Manipulationen bei der Auszählung zu verhindern. Die Registraduría teilte mit, dass mehr als 1.150 internationale und 15.483 nationale Beobachter die Stichwahl am 21. Juni begleiten werden.