Der UN-Sicherheitsrat hat zu Israels umstrittener Anerkennung Somalilands als unabhängigen Staat eine Dringlichkeitssitzung einberufen. 21 überwiegend muslimische Länder warnen vor schwerwiegenden Folgen für die Stabilität im Horn von Afrika. Die Anerkennung erfolgte kurz vor Somalias Übernahme der Präsidentschaft im Rat.
Der UN-Sicherheitsrat versammelt sich am Montag in New York zu einer Dringlichkeitssitzung wegen Israels Entscheidung, Somaliland als souveränen Staat anzuerkennen. Israel war am Freitag das erste Land weltweit, das diese abtrünnige Region im Norden Somalias anerkannte, die seit über drei Jahrzehnten praktisch unabhängig ist und nur wenige Millionen Einwohner hat.
Vor dem Treffen veröffentlichten 21 überwiegend muslimische Länder sowie die Organisation für Islamische Zusammenarbeit eine gemeinsame Erklärung, in der sie Israels Schritt als «schwerwiegenden Verstoß gegen die Grundsätze des Völkerrechts» brandmarkten. Sie warnten vor «schwerwiegenden Folgen» für den Frieden und die Sicherheit am Horn von Afrika, im Roten Meer und international. Die Erklärung, die von Katar publiziert wurde, lehnt zudem jegliche Verbindung zu Versuchen ab, Palästinenser aus dem Gazastreifen zu vertreiben.
Die somalische Regierung bezeichnete die Anerkennung als «vorsätzlichen» und «rechtswidrigen» Angriff auf ihre Souveränität. Somaliland's Außenminister Abdirahman Dahir Adam erklärte gegenüber dem israelischen Sender Channel 12, dass der Schritt nichts mit dem Gaza-Konflikt zu tun habe. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, die Anerkennung sei «im Geiste der Abraham-Abkommen» erfolgt, die 2020 unter US-Präsident Donald Trump arabische Staaten wie die VAE, Bahrain, Marokko und Sudan zur Normalisierung mit Israel führten. Die «Times of Israel» merkte an, dass UAE, Bahrain und Marokko die Erklärung nicht unterzeichneten.
Der Zeitpunkt ist brisant, da Somalia turnusgemäß die Präsidentschaft im Sicherheitsrat übernimmt. Die Sitzung soll die internationalen Spannungen klären.