Die Schweizer Polizei hat die Identifizierung aller 40 Menschen bekanntgegeben, die in der Silvester-Nacht im Brand des Constellation-Bars in Crans-Montana ums Leben kamen, darunter neun Franzosen und 20 Minderjährige im Alter von 14 bis 39 Jahren. Der Brand, der mit dem Einsatz funkelnder Kerzen namens 'Fontaines' in Verbindung steht, verletzte 119 Personen, von denen 35 ins Ausland verlegt wurden. Gegen die Betreiber der Bar wurde eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.
Der Brand brach gegen 1:30 Uhr am 31. Dezember 2025 im Constellation-Bar im Schweizer Skigebiet Crans-Montana, Wallis, während einer Silvesterparty aus, an der Saisonarbeiter und Touristen teilnahmen. Laut kantonaler Polizei wurde der Brand durch den Einsatz von 'Fontaines', funkelnden Kerzen, verursacht, was zu einer raschen Ausbreitung mit dichtem Rauch und Hitze innerhalb von nur 55 Sekunden führte, wie ein mit der Bar-Musik synchronisiertes Video zeigt.
Die 40 Opfer, darunter 21 Schweizer, neun Franzosen (einschließlich eines franco-schweizerischen und eines dreifachen Staatsbürgers Frankreich/Israel/Großbritannien), sechs Italiener (einer italo-emiratisch), ein Belgier, ein Portugiese, ein Rumäne und ein Türke, wurden identifiziert. Zwanzig waren Minderjährige. Unter den 119 Verletzten sind 23 Franzosen; 35 wurden in europäische Kliniken verlegt: 17 nach Frankreich, sieben nach Belgien, sieben nach Deutschland und sechs nach Italien, aufgrund der Überlastung schweizer Spitälern durch schwere Verbrennungen.
Eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung wurde gegen Jacques und Jessica Moretti eingeleitet, ein korsisches Paar, das die Bar seit 2015 betrieb. Sie sind auf freiem Fuß, kein Fluchtgefahrverdacht. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, Evakuierungswege und Brandbekämpfungsmittel.
In Crans-Montana herrscht Trauer: eine Messe versammelte Hunderte, gefolgt von einem weißen Marsch. In Frankreich fand in Versailles eine Gedenkmesse für die französischen Opfer statt, darunter drei verletzte Gymnasialschüler. Die Mutter von Arthur Brodard, 16, gab seinen Tod nach 72 Stunden der Angst auf Facebook bekannt: 'Unser Arthur ist nun zum Feiern ins Paradies gegangen. Wir können mit unserer Trauer beginnen.' Er hatte zu Mitternacht eine letzte Nachricht gesendet. Mehrere französische Nachtclubs verzichten nun auf funkelnde Fontänen zugunsten von LED-Alternativen.
Europäische Solidarität zeigte sich durch den EU-Zivilschutzmechanismus, mit französischen und italienischen medizinischen Teams, die in der Schweiz halfen. Der Feuerwehrchef David Vocat lobte die 'unglaubliche Arbeit' seines Teams inmitten der erlittenen 'Hölle'.