Bei einer Silvesterparty in der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana brach in der Nacht zum 1. Januar ein Feuer aus, das mindestens 40 Menschen das Leben kostete und 119 verletzte. Ermittler gehen von Sprühfontänen auf Champagnerflaschen als Auslöser aus, deren Funken die Decke entzündeten. Viele Verletzte werden in deutschen Kliniken behandelt.
In der Silvesternacht gegen 1.30 Uhr brach in der Bar Le Constellation in Crans-Montana, Kanton Wallis, ein schweres Feuer aus. Die Bar mit einer Kapazität von 300 Plätzen war mit Hunderten Feiernden gefüllt. Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis wurden 40 Menschen getötet, darunter viele junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren. 119 Personen erlitten Verletzungen, von denen viele weiterhin in kritischem Zustand sind, wie Regierungspräsident Mathias Reynard mitteilte.
Unter den 113 identifizierten Verletzten befinden sich 71 Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener und 4 Serben. Die Identität der Toten ist noch nicht vollständig geklärt; Reynard erklärte: „Die Identifizierung der Körper kann leider noch etwas Zeit brauchen.“
Die Ursache des Feuers liegt nach Einschätzung der Ermittler bei Partyfontänen auf Sektflaschen, deren sprühende Funken der Decke zu nahe kamen. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud kündigte an, dass überprüft wird, ob Schalldämm-Materialien den Vorschriften entsprachen und ob Sicherheitsmaßnahmen wie Feuerlöscher und Fluchtwege ausreichend waren. Sie warnte vor möglicher Strafverfolgung, falls strafrechtliche Verantwortung festgestellt wird.
Die Betreiber der Bar äußerten tiefe Bestürzung. Der Wirt sagte gegenüber „20 Minuten“: „Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht.“ Sie kooperieren mit den Behörden: „Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären.“ Seine Frau erlitt leichte Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft befragte das Paar als Zeugen, ohne bisher strafrechtliche Hinweise zu finden.
In Deutschland wurden 40 Hilfeersuchen für schwerverletzte Opfer gestellt. Einige Patienten werden bereits in Kliniken in Stuttgart, Tübingen und Ludwigshafen versorgt; drei weitere sollen samstags in Berlin eintreffen.
Das Unglück löste Schock aus. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X: „Ein Moment der Freude wurde in Crans-Montana in der Schweiz zur Tragödie. Die Ereignisse dort erschüttern uns.“ Ähnlich äußerten sich Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin.