Der Mitgründer von Aspiration, Joseph Sanberg, hat bei der laufenden Untersuchung der NBA gegen die Los Angeles Clippers wegen mutmaßlicher Umgehung der Gehaltsobergrenze im Fall Kawhi Leonard kooperiert. Wie der leitende Ermittler der Liga mitteilte, führte Sanberg zwei persönliche Interviews und stellte relevante Unterlagen zur Verfügung. Die Untersuchung geht auf einen Sponsoringvertrag mit Sanbergs inzwischen insolventem Unternehmen zurück.
Die Los Angeles Clippers sehen sich einer Untersuchung der NBA gegenüber, da sie angeblich über einen Sponsoringvertrag mit Aspiration Zahlungen an Kawhi Leonard außerhalb der Gehaltsobergrenze geleistet haben sollen. Die Ermittlungen begannen im September 2025, nachdem der investigative Reporter Pablo Torre in Podcast-Episoden aufgedeckt hatte, dass Leonards 28-Millionen-Dollar-Vertrag mit Aspiration die Anforderungen nicht erfüllte. Dies geschah, nachdem Clippers-Eigentümer Steve Ballmer 50 Millionen Dollar in die Firma investiert hatte, gefolgt von einem 300 Millionen Dollar schweren, auf 23 Jahre ausgelegten Team-Sponsoring und weiteren 10 Millionen Dollar durch Ballmer, was insgesamt 60 Millionen Dollar ergibt. ESPN berichtet, dass Sanberg sich zweimal persönlich mit den Ermittlern der Liga traf und Unterlagen übergab, die die Untersuchung unterstützten. David Anders, der leitende Anwalt der NBA, schrieb in einem Brief an den US-Bezirksrichter Stephen V. Wilson, dass Sanbergs Angaben mit anderen Beweismitteln übereinstimmten und wesentlich dazu beigetragen hätten, die wichtigsten Ereignisse zu verstehen, ohne dass dabei Versprechungen gemacht worden seien. Sanberg bekannte sich kürzlich in zwei Fällen des Überweisungsbetrugs für schuldig, Investoren um 248 Millionen Dollar betrogen zu haben, und muss mit bis zu 40 Jahren Gefängnis rechnen. Die Anwälte von Ballmer reichten ihrerseits ein Schreiben beim Richter ein, in dem sie ihn als Opfer von Sanbergs System darstellten. Sie verwiesen auf Sanbergs falsche Angaben zu den Finanzen und der Umweltmission des Unternehmens und hoben hervor, dass Ballmer nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine sofortige interne Prüfung einleitete und vollumfänglich mit der NBA kooperierte. NBA-Commissioner Adam Silver beschrieb den Fall während des All-Star-Wochenendes im Februar als enorm komplex und verwies auf die Insolvenz von Aspiration, Tausende von Dokumenten und mehrere Zeugen. Er nannte keinen Zeitplan für den Abschluss der Untersuchung.