Die Zunahme globaler Konflikte hat die Rüstungsfabrik in Bergerac wiederbelebt, die 1915 während des Ersten Weltkriegs gegründet und nun im Besitz eines staatlichen Unternehmens ist. Diese Aktivität verleiht der Wirtschaft einer lange schwierig kämpfenden Unterpräfektur in der Dordogne neuen Aufschwung.
Die Pulverfabrik in Bergerac, 1915 zur Versorgung der französischen Artillerie im Ersten Weltkrieg errichtet, erlebt eine unerwartete Wiederbelebung. Vollständig im Besitz des Staates durch Eurenco, Nachfolger der Société nationale des poudres et explosifs, stand das Werk 2007 kurz vor der Schließung wegen fehlender Aufträge. Die Hauptproduktion wurde damals in eine schwedische Tochtergesellschaft verlagert, wobei nur die Herstellung modularer Ladungen für 155-mm-Granaten verblieb, wie sie für die Caesar-Haubitze genutzt werden. nnHeute belebt die französische Aufrüstungspolitik die Betriebsaktivitäten des Standorts vor dem Hintergrund von Spannungen in Europa. Mit einer Fläche von 170 Hektar und als Seveso-Anlage mit hoher Schwelle wegen der Handhabung gefährlicher Stoffe klassifiziert, profitiert es vom steigenden globalen Bedarf an Munition. Für die 26.000 Einwohner von Bergerac ist dieser Aufschwung ein Glücksfall in einem ländlichen Gebiet, in dem das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen bei 1.936 Euro liegt, 700 Euro unter dem nationalen Durchschnitt. nnDie Einheimischen sind nicht besonders stolz darauf, doch die wirtschaftliche Geschichte der Region ist seit über einem Jahrhundert mit bewaffneten Konflikten verknüpft: Wohlstand in Kriegszeiten, Niedergang in Friedenszeiten.