Premierminister Sébastien Lecornu kündigte in Bordeaux neue gezielte Hilfen für den „Anfang nächster Woche“ an, um dem Anstieg der Kraftstoffpreise entgegenzuwirken, der mit dem Nahostkonflikt zusammenhängt, welcher vor über einem Monat durch US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran ausgelöst wurde. Er versicherte, dass es im Land keinen Mangel gebe. Die französische Öffentlichkeit äußert sich äußerst skeptisch gegenüber der Wirksamkeit der Regierung.
Seit Beginn des Nahostkonflikts vor über einem Monat sind die Kraftstoffpreise in Frankreich stark gestiegen. Die weltweiten Kohlenwasserstoffpreise zogen nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran an. Innerhalb von weniger als zwei Wochen stiegen die Preise an der Zapfsäule für SP95 um 6,3 % und für Diesel um 17,3 %.
Premierminister Sébastien Lecornu erwähnte während eines Besuchs in Bordeaux am 2. April „neue Vorschläge“ für gezielte Hilfen für Franzosen, „die nicht anders können, als zu fahren“. Er wies die Vorstellung eines staatlichen „Jackpots“ zurück, merkte jedoch an, dass mögliche „fiskalische Mehreinnahmen“ Maßnahmen zur Elektrifizierung finanzieren könnten. Wirtschaftsminister Roland Lescure nimmt nun die Händler ins Visier, denen überhöhte Preise vorgeworfen werden.
Fischer und Landwirte sind am stärksten betroffen. Jean-Vincent Chantreau, Präsident der französischen Gewerkschaft der handwerklichen Fischer (UFPA), gibt an, dass in der Bretagne 45 % der Boote stillgelegt sind und bis Ende der Woche 50 bis 60 % betroffen sein könnten. Der Preis für nicht für den Straßenverkehr bestimmten Diesel (GNR) erreicht 1,30 bis 1,40 Euro pro Liter, was 25-Meter-Trawler jenseits der 0,60-Euro-Marke unwirtschaftlich macht.
Eine Odoxa-Backbone-Umfrage für Le Figaro zeigt, dass 76 % der Franzosen Emmanuel Macron und Sébastien Lecornu nicht zutrauen, die Krise zu bewältigen, und 57 % fürchten Versorgungsengpässe. Nur 10 % der Tankstellen sind bei einer Kraftstoffsorte leer. Die Sorge vor einer neuen „Gelbwesten“-Krise wächst.