Wirtschaftsminister Roland Lescure hat die Bedingungen für eine neue staatliche Unterstützung dargelegt, die auf fast 3 Millionen einkommensschwache Vielfahrer abzielt, welche von den explodierenden Kraftstoffpreisen betroffen sind. Die Maßnahme, die durchschnittlich 20 Cent pro Liter beträgt, wird ab Mai über eine Online-Plattform auf impots.gouv.fr verfügbar sein.
Premierminister Sébastien Lecornu kündigte am 21. April ein Paket an Hilfsmaßnahmen als Reaktion auf die Energiekrise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt an. Darunter befindet sich ein spezielles Programm für rund 3 Millionen einkommensschwache 'Vielfahrer', wie beispielsweise Pflegekräfte in der häuslichen Betreuung oder freiberufliche Krankenpfleger.
Um sich zu qualifizieren, müssen Haushalte über ein Einkommen unterhalb des Medians verfügen – etwa 17.000 Euro jährlich für eine alleinstehende Person bis zu 50.000 Euro für ein Paar mit zwei Kindern – und mindestens 15 km von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen, was 30 km täglich entspricht. Bestimmte Berufsgruppen müssen einen Arbeitsweg von 8.000 km pro Jahr nachweisen. 'Wir werden Sie bitten, Ihre Kilometerleistung anzugeben', erklärte Wirtschaftsminister Roland Lescure auf Franceinfo.
Die Hilfe ist eine einmalige Pauschalzahlung und entspricht rückwirkend für April, Mai und Juni durchschnittlich 20 Cent pro Liter. Die Anträge werden online über eine spezielle Anwendung auf impots.gouv.fr gestellt, die bis Ende Mai betriebsbereit sein soll. Unterdessen steigt die Unterstützung für Fischer auf 30-35 Cent pro Liter und für Landwirte auf 15 Cent für nicht straßengängigen Diesel (GNR), während Gespräche für Lkw-Fahrer, Bauunternehmen und Taxifahrer noch laufen.
Diese Maßnahmen bauen auf früheren Hilfen in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro auf und werden durch 6 Milliarden Euro an Haushaltseinsparungen finanziert, ohne Steuererhöhungen oder zusätzliche Schulden, so die Regierung. Die Kosten der Krise durch Schuldendienst und Hilfen schätzte Lescure auf rund 6 Milliarden Euro.