Die französische Regierung hat am Freitagabend einen Hilfsplan in Höhe von 70 Millionen Euro für Straßentransportunternehmen, Fischer und Landwirte angekündigt, die von den durch den Nahostkonflikt bedingten Energiepreissteigerungen betroffen sind. Die Maßnahme gilt für den Monat April, kann monatlich verlängert werden und bietet gezielte sektorale Unterstützung, ohne das öffentliche Defizit zu verschärfen. Die Reaktionen der Branchen sind gemischt.
Die Regierung stellte am Freitagabend während einer Pressekonferenz in Bercy einen „Soforthilfeplan“ von fast 70 Millionen Euro für die Sektoren vor, die am stärksten vom Anstieg der Kraftstoffpreise betroffen sind, welcher durch den seit einem Monat andauernden Nahostkonflikt ausgelöst wurde. Straßentransportunternehmen erhalten 50 Millionen Euro in Form eines Tankrabatts von 20 Cent pro Liter für April, der über ein spezielles Portal beantragt werden kann. Ziel sei es, „die Kontinuität des Straßengüterverkehrs zu wahren und die Auswirkungen des Preisanstiegs auf den Cashflow der Transportunternehmen abzufedern“, so Bercy. Florence Berthelot, Generaldelegierte des FNTR, kritisierte: „Die Ankündigungen der Regierung sind weder ausreichend noch operativ umsetzbar“ und bezeichnete das System als „bürokratisches Monster“. Die Union des entreprises de transport et de logistique (TLF) bedauerte eine „neue Scheckbuchpolitik“, die lediglich konjunkturell sei. Fischer erhalten 5 Millionen Euro für eine Rückerstattung von 20 Cent pro Liter auf Schiffsdiesel, dessen Preis innerhalb eines Monats um 80 % gestiegen ist. ANOP und UAPF begrüßten dies als „ein erstes positives Signal“ und „einen Hoffnungsschimmer“. Für Landwirte beläuft sich die vollständige Befreiung von der Verbrauchssteuer auf nicht für den Straßenverkehr bestimmten Diesel (GNR) für April auf 14 Millionen Euro, was einer Reduzierung um 4 Cent pro Liter entspricht. Frankreich wird beim EU-Rat am 30. März die Aussetzung des Grenzausgleichssystems (CBAM) für Düngemittel beantragen. Luc Smessaert, Vizepräsident der FNSEA, tat dies als „Brosamen“ ab, verwies auf eine Erhöhung um über 60 Cent pro Liter und kündigte „Aktionen“ an. Wirtschaftsminister Roland Lescure betonte zusammen mit weiteren Ministern die Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, nachdem Insee-Daten ein Defizit von 5,1 % des BIP im Jahr 2025 ausgewiesen hatten, was besser als erwartet sei. Dieser Plan baut auf früheren Maßnahmen wie Stundungen von Sozialbeiträgen und Bpifrance-Darlehen auf.