Ein von Franceinfo enthülltes, durchgestochenes Arbeitsdokument der Regierung deutet auf einen Anstieg der Bruttokraftstoffmargen seit Beginn des Nahostkonflikts hin. Die Margen sollen von durchschnittlich 30 Eurocent pro Liter zu Beginn des Jahres auf über 50 Cent für Diesel an einigen Tankstellen gestiegen sein. Bercy bestreitet den Ursprung des Dokuments sowie die Richtigkeit der Zahlen.
Ein am Freitagabend durchgestochenes Arbeitsdokument der Regierung, das von Franceinfo veröffentlicht wurde, hebt einen Anstieg der Bruttokraftstoffmargen bei den Händlern hervor. Dem Bericht zufolge stiegen diese Margen von durchschnittlich 30 Eurocent pro Liter Anfang 2026 auf 39, 43 oder über 50 Cent für Diesel sowie auf fast 40 Cent für Benzin an Tankstellen wie TotalEnergies, Eni, Esso, Avia, Carrefour oder Intermarché.
Das Wirtschaftsministerium, Bercy, bestritt Kenntnis über den Ursprung des Dokuments und focht die Zahlen an. Eine Quelle aus dem Ministerium erklärt, dass Margenkontrollen komplex seien und je nach Marke und Bezugsquelle variierten. Zudem behauptet das Ministerium, die Lage sei nach anfänglichen Anstiegen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt Ende Februar nun unter Kontrolle.
Die Händler reagierten scharf. Dominique Schelcher von Coopérative U merkt an, dass Bruttomargen auch Kosten wie höhere Transportkosten decken und die Nettomargen stabil oder rückläufig seien. Alexandre Bompard von Carrefour bezeichnet das Dokument als fehlerhaft und unfair gegenüber kleinen Tankstellenbetreibern. TotalEnergies weist darauf hin, seine Preise seit Beginn der Krise gedeckelt zu haben.
Sébastien Lecornu äußerte sich verärgert über die Haltung der Händler, die nach der Ankündigung eines Dekrets zur Margendeckelung die Debatte auf Energieeinsparungszertifikate verlagerten.