Der Oberste Gerichtshof der Provinz Buenos Aires lehnte eine Berufung ab und bestätigte den Freispruch des Arztes Pablo Ghisoni, der drei Jahre in Haft saß, weil sein Sohn Tomás ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatte. Der junge Mann hatte 2025 zugegeben, dass die Anschuldigung erfunden war und dass er von seiner Mutter beeinflusst wurde.
Der Oberste Gerichtshof der Provinz Buenos Aires bestätigte am 20. März 2026 den Freispruch von Pablo Ghisoni und wies die Berufung der Staatsanwaltschaft, vertreten durch Andrea Karina Vázquez, zurück. Die Richter urteilten, dass die Argumente keine Verletzung von Rechten oder verfassungsrechtlichen Garantien erkennen ließen, sondern lediglich Unstimmigkeiten bei der Bewertung von Beweisen. Damit wird das frühere Urteil bestätigt, mit dem der Geburtshelfer von 2010 bis 2016 für unschuldig erklärt wurde, da er von seinem Sohn Tomás Ghisoni angezeigt worden war. Ghisoni wurde über zwei Jahre in einer psychiatrischen Einrichtung festgehalten und anschließend unter Hausarrest gestellt, insgesamt fast drei Jahre ohne formale Verurteilung. Im Jahr 2023 sprach ihn das Strafgericht Nr. 3 von Lomas de Zamora mehrheitlich frei, eine Entscheidung, die vom Strafkassationsgericht bestätigt wurde. Der Fall erlangte 2025 öffentliche Aufmerksamkeit, als Tomás ein Video veröffentlichte, in dem er zugab, dass die Behauptung falsch war: "No fui una víctima de mi padre, fui usado" (Ich war kein Opfer meines Vaters, ich wurde benutzt), und erklärte, seine Darstellung entbehre jeder realen Grundlage. Das wichtigste Beweismittel, eine Aussage der Gesell-Kammer, wurde als von einem Erwachsenen beeinflusst angesehen. Nach dem endgültigen Urteil beschrieb Ghisoni die Auswirkungen: "Perdí a mis hijos durante años" (Ich habe meine Kinder für Jahre verloren). Er drückte seine Bereitschaft aus, die Familienbande wiederherzustellen: "Cuando mis hijos me busquen, voy a estar" (Wenn meine Kinder mich suchen, werde ich da sein).