Die Kolumbianische Handelskammer für Infrastruktur (CCI) hat auf die Aussagen von Präsident Gustavo Petro reagiert, die andeuteten, dass das Haushaltsdefizit durch Kürzungen bei Investitionen in bereits vertraglich zugesicherte Straßenkonzessionen und die Rückgabe von Mitteln in Treuhandfonds ausgeglichen werden könnte. Die Wirtschaftsgruppe klärte, dass diese Gelder keine verfügbaren Überschüsse darstellen, sondern Mittel für laufende Arbeiten sind, und dass der tatsächlich verfügbare Betrag 6,5 Billionen Dollar beträgt, nicht 18 Billionen, wie vom Präsidenten behauptet.
Die CCI veröffentlichte einen Brief als Reaktion auf Petros Behauptungen während des Ministerrats, in dem der Präsident erklärte, dass das Haushaltsdefizit durch Reduzierungen bei bereits vertraglich zugesicherten Straßenkonzessionen und die Rückgewinnung von in Treuhandfonds verwalteten Mitteln behoben werden könnte. Laut der Gruppe stellen diese Mittel keine verfügbaren Fonds oder Haushaltsüberschüsse dar, sondern sind für laufende Verträge vorgesehen, um die Ausführung strategischer Projekte zu gewährleisten. „Ihre rechtliche und funktionale Natur ist klar: Sie ist direkt mit der Erfüllung zuvor übernommener vertraglicher Verpflichtungen des Staates verbunden“, erläuterte die CCI im Dokument. Sie widerlegten auch die von Petro genannte Zahl von 18 Billionen und gaben an, dass die für schrittweise Zahlungen an Bauprojekte verfügbaren Mittel 6,5 Billionen Dollar betragen, die von Treuhandfonds verwaltet werden, um deren Fertigstellung zu sichern. Juan Martín Caicedo, geschäftsführender Präsident der CCI, klärte: „Die heute tatsächlich verfügbaren Mittel zur Bezahlung der schrittweise abgelieferten Arbeiten, je nach Baufortschritt der Projekte, belaufen sich auf 6,5 Billionen Dollar, die von den Treuhandfonds ordnungsgemäß verwaltet werden, gerade um die vollständige Ausführung der Arbeiten zu gewährleisten.“ Der Brief der CCI warnt, dass der Aufruf zur Rückgabe dieser Mittel die Infrastruktur zu einer Variable der Haushaltsanpassung macht, was paradox ist angesichts des Schwerpunkts der Regierung auf die Begleichung staatlicher Schulden, während zukünftige Auszahlungen als souveräne Zahlungsverpflichtungen infrage gestellt werden. Dies weckt Bedenken hinsichtlich der rechtlichen und finanziellen Stabilität des Sektors. Als Präzedenzfall nennen sie die vorzeitige Kündigung des Konzessionsvertrags für den Frachtkorridor zwischen Barranquilla und Cartagena, der das Projekt an den Staat zurückgegeben hat und die regionale Konnektivität, Logistik und Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt, was ein schlechtes Beispiel für Infrastrukturverträge setzt.