Im Laufe des Jahres 2024 wurden kongolesische Asylbewerber, die auf Asylentscheidungen warteten, von Mayotte in die Demokratische Republik Kongo (DRK) zurückgeschickt, trotz des bewaffneten Konflikts im Osten. Einige erhielten schließlich Asyl aufgrund der schweren humanitären Krise. Ein bemerkenswerter Fall ist der von Olivier S., der mit seiner Familie am 25. Juni 2024 ausgewiesen wurde und nun in Angst in Goma lebt.
Die Demokratische Republik Kongo (DRK) erleidet eine der schwersten humanitären Krisen der Welt mit fast 7 Millionen Binnenvertriebenen und Flüchtlingen, wie im halbjährlichen Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR). Die Lage ist besonders alarmierend in den östlichen Provinzen Sud-Kivu und Nord-Kivu, wo die Gewalt zunimmt.
Olivier S., Familienvater aus Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, wandte sich Ende November an seinen französischen Anwalt Graziano Pafundi. In seiner Nachricht beschreibt er ein Leben in ständiger Angst: Drohungen mit willkürlichen Verhaftungen und Zwangsrekrutierung durch die bewaffnete Gruppe M23, unterstützt vom ruandischen Militär. Diese Gruppe rückt gegen die Streitkräfte der DRK vor und verursacht bei jedem Vorstoß massive Bevölkerungsverschiebungen.
Olivier S. erwägt die Flucht nach Uganda, um diesen Gefahren zu entkommen. Er war 2024 mit seiner Frau und zwei minderjährigen Söhnen aus der DRK geflohen, hatte das Komoren-Archipel per Kwassa-Kwassa-Boot durchquert, um Mayotte zu erreichen. Bei der Ankunft festgenommen, stellten sie aus dem Verwahrungszentrum Pamandzi auf der Insel Petite-Terre einen Asylantrag.
Trotz anfänglicher Ablehnung ihres Antrags und Berufung ans Nationales Gericht für Asylrecht wurde die Familie am 25. Juni 2024 per Charterflug nach Goma zusammen mit zwölf weiteren Kongolesen abgeschoben. Diese Abschiebung erfolgt inmitten Tausender, die vor den Kämpfen fliehen, und unterstreicht die Herausforderungen der Asylverfahren in den französischen Überseegebieten.