Finanzministerin Elisabeth Svantesson (M) übt scharfe Kritik an den Großbanken, da diese trotz sinkender Marktzinsen nach vorangegangenen Anstiegen die variablen Hypothekenzinsen nicht senken. Bislang hat lediglich die SEB eine geringfügige Reduzierung vorgenommen.
Finanzministerin Elisabeth Svantesson (M) äußerte in einer schriftlichen Stellungnahme deutliche Kritik an den Großbanken. Sie erklärte, dass viele Menschen heiligen Zorn darüber empfinden, wie schnell Banken die Zinsen erhöhen, sich jedoch bei Senkungen Zeit lassen. Im Frühjahr hatten die Banken die variablen Hypothekenzinsen unter Verweis auf den Krieg im Nahen Osten und gestiegene Refinanzierungskosten um 0,15 Prozentpunkte angehoben. Die Marktzinsen sind inzwischen gefallen, doch nur die SEB hat ihren Zinssatz Ende April um 0,05 Prozentpunkte gesenkt. Svantesson forderte unzufriedene Kunden dazu auf, zu verhandeln oder die Bank zu wechseln. Sie sprach sich zudem gegen den Vorschlag der Sozialdemokraten für eine befristete Bankenabgabe aus und bezeichnete diese als Hypothekensteuer. Der Wirtschaftswissenschaftler Claes Hemberg kritisierte die Banken für ihre Gier und forderte, dass sie die Zinsen im Einklang mit der Marktentwicklung senken sollten.