Am vierten Verhandlungstag im Prozess um den Tod von Diego Maradona in San Isidro sagten die Polizisten, die die Leiche fanden, der Arzt, der den Tod feststellte, sowie der Neurochirurg Leopoldo Luque zum vierten Mal aus. Videos und medizinische Chat-Audios wurden vorgeführt und lösten Debatten aus. Das Gericht beendete die Anhörung am Donnerstag und wird am Dienstag mit der Befragung von Carlos Díaz fortfahren.
Die vierte Anhörung im Prozess um den Tod von Diego Armando Maradona am 25. November 2020 fand am Donnerstag vor dem Gericht in San Isidro statt. Sieben medizinische Fachkräfte sind wegen "einfachen Totschlags mit Eventualvorsatz" angeklagt.
Lucas Farías, ein Polizeibeamter aus Villa La Ñata, beschrieb das Eintreffen im Haus in Tigre: Er fand Maradonas Leiche in Rückenlage, geschwollen, bekleidet mit einem schwarzen T-Shirt und der Sporthose von Gimnasia y Esgrima La Plata vor. Er bemerkte chemische Toiletten im Erdgeschoss und das Fehlen einer angemessenen medizinischen Ausrüstung. Cristian Méndez von der Kriminaltechnik erläuterte die ersten Untersuchungen: Totenstarre, ein aufgeblähter Bauch und die Körpertemperatur dienten der Schätzung des Todeszeitpunkts.
Juan Carlos Pinto, ein Arzt von Más Vida, berichtete vom Tatort: Der Körper wies Ödeme, Aszites und Totenflecken auf und reagierte nicht auf 15 Minuten andauernde Herzdruckmassagen. "Es gab keinen Defibrillator, kein Beatmungsgerät und keinen Sauerstoff", erklärte er und übergab die Sterbeurkunde an Luque, der als behandelnder Arzt identifiziert wurde. Ein 17-minütiges Video des Zimmers wurde gezeigt.
Leopoldo Luque verteidigte in seiner vierten Aussage die häusliche Pflege und machte familiäre Konflikte zwischen Maradonas Töchtern und Verónica Ojeda für die Situation verantwortlich. Er präsentierte Chats und Audioaufnahmen; die Staatsanwaltschaft spielte widersprüchliche Nachrichten aus der WhatsApp-Gruppe "Equipo médico Maradona" ab. "Ich sehe eine Überreaktion der Angriffe mit ungeordneten Audioaufnahmen", antwortete Luque. Sein Anwalt Francisco Oneto sagte: "Es ist sonnenklar, dass Luque nichts damit zu tun hatte".
Gianinna Maradona, die anwesend war, erklärte: "Ich hoffe auf eine Verurteilung von Luque". Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.