In der sechsten Anhörung des laufenden zweiten Prozesses um den Tod von Diego Maradona beschuldigte Verónica Ojeda die angeklagten Ärzte und geriet in eine spannungsgeladene Auseinandersetzung mit dem Neurochirurgen Leopoldo Luque, der ihr vorwarf, nicht auf Maradonas Zustand aufmerksam gemacht zu haben. Sie bezeichnete ihn als „schmutzig“. Aussagen kamen außerdem von dem Psychologen Carlos Díaz und dem benachbarten Arzt Colin Campbell, bevor die Sitzung bis Dienstag unterbrochen wurde.
Die sechste Anhörung im zweiten Prozess um den Tod von Diego Armando Maradona im November 2020 wurde am Donnerstag fortgesetzt, nachdem zuvor bereits Sitzungen unter anderem mit polizeilichen und medizinischen Zeugenaussagen stattgefunden hatten. Verónica Ojeda, Maradonas ehemalige Lebensgefährtin und Mutter von Dieguito Fernando, sagte über seinen körperlichen Verfall aus: Am 23. November sei er „aufgedunsen, bärtig, mit einem unangenehmen Geruch“ gewesen und habe mit einer „roboterhaften“ Stimme gesprochen. Sie kritisierte die häusliche Pflege in Tigre: „Das Haus war ein Chaos, viel Schmutz, keine medizinische Ausrüstung.“
Leopoldo Luque, der angeklagte Neurochirurg, äußerte sich erneut und erhob Vorwürfe gegen Ojeda: „Sie hat ihn so gesehen, wie sie ihn gesehen hat, und niemanden alarmiert, das tut sehr weh. Wenn das wahr war, wäre die Geschichte vielleicht anders ausgegangen.“ Ojeda antwortete hitzig: „Lass meinen Sohn da raus, du Hurensohn. Luque spielt ein schmutziges Spiel. Er ist ein Bastard, er hat meinen Sohn mit reingezogen.“
Der Psychologe Carlos Díaz, ein weiterer Angeklagter, sagte zum ersten Mal aus: „Maradona starb allein und das bricht mir das Herz.“ Er beschrieb ein Treffen mit Maradona am 26. Oktober, bei dem dieser „auf einem Stuhl saß und Wein trank“, und nannte das Ziel „null Alkohol“. Der benachbarte Arzt Colin Campbell, der am 25. November Wiederbelebungsmaßnahmen versuchte, fand das Zimmer „unordentlich und schmutzig“ vor, ohne jegliche medizinische Hilfsmittel: „Als ich ihn sah, lebte er nicht mehr.“
Sieben medizinische Fachkräfte müssen sich verantworten. Das Gericht verlas die Aussage von Alfredo Cahe zur Vernachlässigung der Herzüberwachung. Die Anhörung endete mit einer Unterbrechung bis Dienstag um 10 Uhr.