Das deutsche Paralympics-Team wird aus Protest gegen die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten die Athletenparade bei der Eröffnungsfeier in Verona boykottieren. Der Deutsche Behindertensportverband DBS begründet dies mit Solidarität zur Ukraine. Auch Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein bleibt der Feier fern.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat drei Tage vor dem Start der Paralympics 2026 angekündigt, dass das deutsche Team nicht an der Athletenparade der Nationen bei der Eröffnungsfeier in Verona teilnehmen wird. Dieser Boykott richtet sich gegen die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), russischen und belarussischen Sportlern die Teilnahme unter ihrer Landesflagge zu ermöglichen. Die Sanktionen gegen die Verbände beider Länder wurden im September vergangenen Jahres aufgehoben.
„Diese Entscheidung dient sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen“, heißt es in einer Stellungnahme des DBS. Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren gegen die russische Invasion, bei der Belarus als Verbündeter auftritt. Das Team wird jedoch an den vorab aufgezeichneten Pre-Recordings teilnehmen, die während der Feier gezeigt werden.
Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Christiane Schenderlein (CDU) teilt die Entscheidung und wird ebenfalls nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen, plant aber, die Wettkämpfe zu besuchen. „Die IPC-Entscheidung habe internationale Kritik ausgelöst, die ich teile“, sagte sie. „Wir respektieren die Autonomie des Sports. Zugleich sehen wir, dass diese Entscheidung international auf erhebliche Vorbehalte stößt.“
Zuvor hatten Ukraine und Estland angekündigt, der Eröffnungsfeier komplett fernzubleiben. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief andere Nationen auf, sich dem Boykott anzuschließen. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo durften russische Athleten nur als Neutrale und Einzelstarter antreten. Die Paralympics beginnen am Freitag und enden am 15. März.
Der DBS betonte: „Gerade in herausfordernden Zeiten bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, die Paralympischen Werte sichtbar zu leben und die Integrität des Sports entschlossen zu schützen.“