Argentinische Unternehmensverbände für Bauwesen und Industrie fordern eine Reform des Gletschergesetzes zur Einführung einer Fall-zu-Fall-Prüfung, um regulatorische Hürden abzubauen und Bergbauinvestitionen anzukurbeln. Diese Position stimmt mit dem offiziellen Gesetzentwurf überein, den die Regierung von Javier Milei am 15. Dezember im Senat einreichte. Die Gruppen unterstützen die Provinzen bei der Festlegung geschützter Gebiete unter Priorisierung präziser wissenschaftlicher Kriterien.
Die Argentinische Bauindustriekammer (CAMARCO) unter der Leitung von Gustavo Weiss und die Argentinische Industrieunion (UIA) fordern, dass die Reform des Gletschergesetzes (Gesetz 26.639) von abstrakten Kriterien zu einer Fall-zu-Fall-Betrachtung übergeht. Sie argumentieren, dass das aktuelle Gesetz als „regulatorischer Würgegriff“ wirkt wegen seiner Ungenauigkeit und Bergbau- sowie Infrastrukturprojekte ohne adäquate technische Begründung stoppt. „Nicht alle Gletscher und periglazialen Umgebungen stellen ‚strategische Wasservorratsreserven‘ dar“, heißt es im Kommuniqué der CAMARCO, das spezifische technische Studien und Expertenbewertungen verlangt.
Die UIA schließt sich dem an und stellt fest, dass der „ursprüngliche Geist“ des Gesetzes nur strategische Wasservorräte schützt. Sie betonen die Notwendigkeit „klarer wissenschaftlicher Kriterien“, um Planbarkeit zu schaffen und Umweltschutz mit wirtschaftlichem Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen. Beide Organisationen heben die zentrale Rolle der Provinzen als legitime Eigentümer natürlicher Ressourcen hervor und plädieren für einen föderalen Dialog, um gerichtliche Eingriffe zu verhindern – im Einklang mit Urteilen des Obersten Gerichtshofs.
Der Regierungsentwurf, der am 15. Dezember dem Senat vorgelegt und von Javier Milei, Luis Caputo und Manuel Adorni unterzeichnet wurde, soll der „Unsicherheit“ ein Ende setzen, die provinziale Befugnisse einschränkt. Er verweist auf eine Notiz vom 10. Dezember der Gouverneure der Lithium-Runde (Catamarca, Jujuy und Salta) sowie der Kupfer-Runde (Mendoza und San Juan), die warnen, dass das Gesetz die nachhaltige Entwicklung behindert. Der Vorschlag schützt Gletscher für Nutzungen wie Trinkwasser, Landwirtschaft und Biodiversität, ermächtigt jedoch provinziale Behörden, solche mit realen hydraulischen Funktionen zu bestimmen.
Ein zentraler Artikel führt ein umgekehrtes „Vorsorgeprinzip“ ein: Einträge im nationalen Gletscherkataster sind geschützt, bis nachgewiesen wird, dass sie keine hydraulischen Funktionen haben, woraufhin sie aus dem Gesetz fallen. Das Argentinische Institut für Nivologie, Glaziologie und Umweltwissenschaften (IANIGLA) behält seine technische Rolle bei, Provinzen können jedoch Streichungen beantragen, wenn sie irrelevante Bereiche feststellen.