Das chilenische Umweltministerium hat die Aculeo-Lagune und ihre Zuflüsse zum städtischen Feuchtgebiet erklärt, das 1.107,52 Hektar in der Gemeinde Paine umfasst. Die Maßnahme zielt darauf ab, das Ökosystem vor Bedrohungen wie Dürre und Klimawandel zu schützen, ohne Freizeitaktivitäten zu verbieten, sondern sie für eine nachhaltige Nutzung zu regulieren. Die Gemeinde Paine, die die Erklärung beantragt hat, muss nun einen Plan entwickeln, der Tourismus, Schutz und lokale Bedürfnisse ausbalanciert.
Die Aculeo-Lagune, ein Symbol für die Auswirkungen des Klimawandels in Zentralchile, trocknete 2018 vollständig aus aufgrund einer anhaltenden Dürre seit 2010, verschärft durch unvernünftige Wasserextraktionen und Umleitungen für Landwirtschaft und Haushaltsnutzung. Dank starker Regenfälle in 2023 und 2024 hat sich der Flachwassersee erholt, steht aber weiterhin vor Bedrohungen wie unkontrollierter Immobilienentwicklung, Eutrophierung durch landwirtschaftliche und touristische Aktivitäten, Müllablagerungen, Rennstrecken auf seinem Bett, Kiesgewinnung und illegaler Landbesetzung.
Die Resolution des Umweltministeriums (MMA) vom 18. Dezember, veröffentlicht im Amtsblatt am 26. Dezember 2025, lautet: „Erklärung als Städtisches Feuchtgebiet... des Feuchtgebiets ‘Pintué-Bach-Santa-Marta-Bach-Aculeo-Lagune‘“. Diese Erklärung bedeutet nicht die Schließung des Gebiets, sondern die Anordnung einer rationalen Nutzung zur Erhaltung des Einzugsgebiets, zur Aufladung von Grundwasserleiter und zur Bewahrung der Biodiversität. Freizeitaktivitäten wie Wassersport müssen mit dem Ökosystemschutz vereinbar sein, insbesondere in sensiblen Phasen für die Tierwelt.
Die Gemeinde Paine, die die Erklärung beantragt hat, wird eine Gemeindeordnung für städtische Feuchtgebiete erarbeiten, um Abfälle zu managen, Aufschüttungen zu kontrollieren und Nutzungsregeln festzulegen. Bürgermeister Rodrigo Contreras begrüßte die Entscheidung: „Die Erklärung als städtisches Feuchtgebiet ist eine enorme Chance für unsere Gemeinde, die Lagune zu pflegen... und auch die Landwirtschaft zu fördern und zu schützen, die die Hauptbeschäftigungsquelle in unserer Gemeinde ist“.
Umweltschützer lobten die Maßnahme. Silvana Espinosa von Greenpeace Chile betonte, dass sie „größeren Schutz für diese Gewässer bieten wird und den lokalen Regierungen konkrete Werkzeuge für ihren Schutz liefert“. Der UNESCO-Hydrologe Pablo García-Chevesich warnte, dass „die Erklärung des geschützten Feuchtgebiets ein grundlegender Fortschritt ist, aber ihre Wirksamkeit... von evidenzbasiertem Management, realen Extraktionskontrollen und effektiver Aufsicht abhängt“.