Der argentinische Präsident Javier Milei kündigte am Dienstag an, dass seine Regierung dem Kongress am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform vorlegen wird. Dieser sieht die Abschaffung der PASO-Vorwahlen, Änderungen bei der Parteienfinanzierung sowie die Einführung einer „Ficha Limpia“ (sauberes Führungszeugnis für Kandidaten) vor. „Se acabó la joda“ (Der Spaß ist vorbei), postete Milei auf X. Das Projekt zielt darauf ab, die Kandidatenauswahl und die Wählbarkeit bei nationalen Wahlen neu zu definieren.
Präsident Javier Milei erklärte in den sozialen Medien, dass die Exekutive den Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform morgen, am Mittwoch, an den Kongress senden wird. In seinem Beitrag auf X skizzierte er drei Säulen: „WIR SCHAFFEN DIE PASO AB: Schluss damit, die Argentinier zur Finanzierung der parteiinternen Vorwahlen der Kaste zu zwingen“; „WIR ÄNDERN DIE FINANZIERUNG: Schluss damit, dass die Politik auf eure Kosten lebt“; und „FICHA LIMPIA: Korrupte für immer RAUS“. Die Nachricht endete mit: „DIE STRAFLOSIGKEIT IST VORBEI. DER SPASS IST VORBEI. VIVA LA LIBERTAD CARAJO“.
Die PASO, kurz für Primarias Abiertas, Simultáneas y Obligatorias, sind verpflichtende offene Vorwahlen, bei denen Parteien ihre Kandidaten durch eine öffentliche Abstimmung bestimmen. Sie wurden national für die Zwischenwahlen am 27. Oktober 2025 ausgesetzt. Eine Verabschiedung der Abschaffung würde die Kandidatenauswahl auf interne Parteimechanismen verlagern und die Beteiligung unabhängiger Wähler einschränken.
Die derzeitige Parteienfinanzierung besteht aus einer Mischung aus öffentlichen und privaten Mitteln. Die Reform zielt darauf ab, staatliche Zuwendungen zu kürzen oder zu beenden und auf private Quellen umzustellen. Die „Ficha Limpia“ würde Kandidaten, die wegen Korruption oder schwerer Verbrechen verurteilt wurden – selbst in zweiter Instanz –, von der Wahl ausschließen, was durch die Wahljustiz überprüft werden soll.
Obwohl es sich um eine nationale Regelung handelt, behalten Provinzen wie Santa Fe, Mendoza, CABA, Buenos Aires, Catamarca und Entre Ríos ihre Vorwahlsysteme bei. Santa Fe nutzte diese im Jahr 2025, andere setzten sie vorübergehend aus. Jede Provinz muss für eigene Änderungen ein separates Gesetz verabschieden.