Nach seiner Ankündigung am Vortag hat Präsident Javier Milei aus Israel einen Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform an den Kongress übermittelt, der die PASO-Vorwahlen abschafft, eine "Ficha limpia"-Regelung einführt, Parteiregeln verschärft und die Finanzierung grundlegend neu ordnet. Der Schritt soll mehr als 200 Millionen Dollar einsparen und die staatliche Einflussnahme auf parteiinterne Angelegenheiten reduzieren, stößt jedoch auf geteilte Reaktionen der Opposition.
Anknüpfend an die Ankündigung vom Dienstag teilte Präsident Javier Milei aus Israel über soziale Medien mit, dass er den Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform an den Kongress gesendet habe. "Se acabó la joda" (Der Spaß ist vorbei), schrieb er und betonte das Ende der nationalen PASO-Vorwahlen (Primarias, Abiertas, Simultáneas y Obligatorias).
Der Abgeordnete Santilli hob Einsparungen von "mehr als 200 Millionen Dollar" hervor, da die Auswahl der Parteikandidaten künftig durch interne Prozesse ohne staatliche Finanzierung erfolgen soll.
Zu den Kernpunkten gehören die "Ficha limpia"-Regelung, die Kandidaten oder Parteiführer mit Korruptionsverurteilungen in zweiter Instanz ausschließt; strengere Regeln für die Gründung und den Erhalt von Parteien; das Verbot von Doppelkandidaturen und sogenannten Briefkastenfirmen als Parteien; Beschränkungen für anonyme, ausländische oder gewerkschaftliche Spenden mit umfassenden Transparenzanforderungen sowie ein Verbot ausländischer Wahlkampfberater.
Die Änderungen regeln den Stimmzettel "Boleta Única Papel" (BUP) mit einer "Gesamtlisten"-Option, schränken offizielle Amtshandlungen 25 Tage vor der Wahl ein, schaffen verpflichtende Präsidentschaftsdebatten ab und setzen die direkten Wahlen zum Mercosur-Parlament aus, bis sich die Kalender angleichen.
Der Peronismus lehnt die Abschaffung der PASO ab, da er sie als essenziell für parteiinterne Prozesse betrachtet, während die dialogbereite Opposition zwar die "Ficha limpia" unterstützt, sich aber gegen die Streichung der Vorwahlen wehrt. Wirtschaftsminister Luis Caputo hat bereits Gespräche mit Gouverneuren wie dem von Chaco, Leandro Zdero, aufgenommen. Milei erklärte: "Wir müssen ein korruptes System korrigieren." Die Parteien haben bis 2027 Zeit, sich anzupassen.