Jean Imbert, der Sternekoch im Plaza Athénée, hat seinen Posten aufgrund von Vorwürfen häuslicher Gewalt aufgegeben, wie die Leitung des Pariser Luxushotels bekannt gab. Er bleibt dem Haus als künstlerischer Leiter erhalten. Jocelyn Herland übernimmt die Position des Küchenchefs.
Die Leitung des Plaza Athénée gab bekannt, dass Jean Imbert, Gastronomiestar und Top-Chef-Gewinner, aufgrund von Vorwürfen häuslicher Gewalt nicht länger Küchenchef des Sternerestaurants ist. François Delahaye, der Generaldirektor des Hauses, bestätigte dies gegenüber AFP, nachdem die Zeitungen der Ebra-Gruppe zuerst darüber berichtet hatten.
Imbert behält eine Rolle als künstlerischer Leiter bei, in der er Konzepte oder neue Gerichte einbringt, jedoch ohne operative Befugnisse. „Angesichts der Vorkommnisse in seinem Privatleben ziehen wir ihn von der vordersten Linie ab“, erklärte Delahaye. Imberts Vertrag wäre im Juni ausgelaufen, doch diese Entscheidung beschleunigt den Übergang. Jocelyn Herland, der bereits als Executive Chef tätig war, leitet nun die Küche.
Der Name des Restaurants, derzeit „Jean Imbert au Plaza Athénée“, könnte sich ändern, wobei Delahaye betonte, man habe noch Zeit für eine Entscheidung. Die Besucherzahlen sind seit den Enthüllungen rückläufig. Der Direktor betonte die Unschuldsvermutung: „Sollte er schuldig gesprochen werden, werde ich meine Verantwortung wahrnehmen. Aber im Moment gilt die Unschuldsvermutung.“
Eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft Versailles wegen häuslicher Gewalt folgte auf eine Anzeige von Imberts ehemaliger Partnerin, der Schauspielerin Lila Salet, die sich auf Vorfälle in den Jahren 2012 bis 2013 bezieht. Weitere Frauen, darunter die Miss France 2006 Alexandra Rosenfeld, berichteten von Gewalt, wie etwa einem Nasenbeinbruch während einer M6-Sendung im Jahr 2013. Imbert weist die Anschuldigungen zurück.