Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood hat die Absage seiner Konzerte aufgrund pro-palästinensischer Boykottaufrufe mit der Entfernung von Büchern aus Regalen verglichen. Er äußerte sich dazu in einem Interview mit El País, nachdem der Druck zu der Absage von zwei Auftritten in Großbritannien geführt hatte.
Greenwood äußerte sich während eines Gesprächs über seine Auftritte in Israel gemeinsam mit dem israelischen Musiker Dudu Tassa. Das Duo trat im Mai 2024 und März 2025 in Tel Aviv auf, was Kritik von der Boycott, Divestment and Sanctions-Bewegung nach sich zog. Zwei für Juni 2025 geplante Auftritte in Bristol und London wurden nach Druck von Aktivisten abgesagt. Greenwood sagte in dem Interview, er schätze israelische Filme, Schriftsteller und Musiker und fügte hinzu, dass die Absage von Konzerten dem Entfernen von Büchern aus Regalen gleichkomme. Zum Zeitpunkt der Absagen erklärte Greenwood, die Veranstaltungsorte hätten glaubhafte Drohungen erhalten, die eine Durchführung der Konzerte unsicher machten. Er bezeichnete die Aktionen als eine Form der Zensur, die nicht dazu beitragen werde, Frieden im Nahen Osten zu erreichen. Die Kontroverse erinnert an frühere Gegenreaktionen gegen Radiohead, darunter Proteste gegen ein Konzert in Tel Aviv im Jahr 2017 sowie Äußerungen von Bandmitgliedern zum Nahostkonflikt.