Die Leiterin der Bayreuther Festspiele hat sich bei Publizist Michel Friedman für die Absage einer geplanten Rede entschuldigt. Friedman sollte über Antisemitismus bei Richard Wagner sprechen. Die Veranstaltung zum 150. Jubiläum war wegen Sicherheitsbedenken gestrichen worden.
Katharina Wagner hat Michel Friedman in einem Schreiben und in einem Telefonat am Donnerstag um Verzeihung gebeten. Sie schrieb, eine reine Jubelfeier wäre für sie unerträglich gewesen, und lud ihn ein, zum ursprünglichen Termin nach Bayreuth zu kommen. Friedman sagte zu.
Die Rede war wegen angeblicher Sicherheitsbedenken abgesagt worden. Intern war die Absage bereits im Frühjahr bekannt, der Vorverkauf wurde nie gestartet. Der Veranstaltungsort erhielt Mitte März die Mitteilung, dass die Reservierung aufgehoben werden könne.
Friedman hatte die Absage als Tod der Demokratie durch Selbstmord bezeichnet. Bayerns Kunstminister Markus Blume forderte eine Lösung. Die Festspiele blicken auf eine Geschichte mit Verbindungen zum Nationalsozialismus zurück.