Der kenianische Premierminister und Kabinettssekretär Musalia Mudavadi hat davor gewarnt, dass Kenianer, die im Ausland Arbeit suchen, in mehreren Regionen zunehmend von Ausbeutung bedroht sind. In einem am 7. Mai beim ständigen Senatsausschuss für Arbeitsmigration eingereichten Bericht legte er Fälle von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Asien, Russland, der Golfregion und Nordafrika dar.
Musalia Mudavadi, der auch als Kabinettssekretär für auswärtige Angelegenheiten fungiert, legte den Bericht vor, der eine deutliche Eskalation bei betrügerischen Anwerbungspraktiken und Arbeitsausbeutung aufzeigt. Er verwies auf transnationale Netzwerke, die soziale Medien und digitale Plattformen nutzen, um Opfer durch gefälschte Stellenanzeigen und den Missbrauch von Touristenvisa anzulocken.
Der Bericht identifizierte Südostasien als Hochrisikozone, darunter Myanmar, Kambodscha, Laos, Thailand und Indien. Es wurde festgestellt, dass zwischen 2022 und 2026 mehr als 751 Kenianer aus der Ausbeutung in Myanmar gerettet wurden, während von Januar bis April 2026 393 Personen in Kambodscha befreit wurden. Kenianische Frauen in Indien wurden mit Versprechen auf Stellen im Gastgewerbe oder im Beauty-Sektor in den Menschenhandel gelockt, wo sie jedoch sexueller Ausbeutung und Schuldknechtschaft ausgesetzt waren.
Russland wurde als Ort markiert, an dem Kenianer unter falschen Versprechungen zur Teilnahme am Ukraine-Konflikt bewegt werden; es wurden 252 dokumentierte Fälle der Rekrutierung für russische Spezialeinheiten, 47 Rückführungen und 10 gemeldete Todesfälle verzeichnet. Die Golfstaaten wie Katar und Dubai wurden aufgrund zwielichtiger Rekrutierungsnetzwerke und mangelnder Aufsicht kritisiert, während Nordafrika über den Sudan, Libyen und andere Nationen als Route für irreguläre Migration nach Europa dient.
Mudavadi forderte die Kenianer auf, die Seriosität von Arbeitsvermittlungsagenturen über die Website der National Employment Authority zu überprüfen. Das Arbeitsministerium hat mehr als 600 nicht regelkonforme Agenturen suspendiert. Der Bericht identifiziert junge, unterbeschäftigte Personen, Frauen und ehemalige Soldaten als besonders gefährdete Gruppen.