Einen Monat nach Beginn der Störungen durch den Nahostkonflikt warnte Handelsminister Lee Kinyanjui, dass Kenias Exporte – insbesondere in den wichtigen Nahostmarkt mit einem Wert von 164,6 Milliarden KES – aufgrund von Beschränkungen im Roten Meer und am Golf mit einer Verdopplung der Transitzeiten auf bis zu 20 Tage konfrontiert sind. Dies führt zum Verderb zeitkritischer Waren wie Blumen und Kaffee sowie zu steigenden Frachtkosten. Die Regierung setzt auf alternative Routen, den Ausbau der Häfen in Mombasa und Lamu sowie eine Diversifizierung der Märkte.
In einer Stellungnahme am 21. April betonte Handelsminister Lee Kinyanjui, wie der Konflikt – ausgelöst durch Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar – wichtige See- und Luftverkehrswege unterbrochen habe, was die Seefrachtzeiten um 10-20 Tage und die Luftfrachtzeiten um bis zu 48 Stunden verlängert hat. „Die Frachtkosten sind erheblich gestiegen“, stellte er fest.
Dies baut auf früheren Verlusten auf, wie etwa den im März gemeldeten wöchentlichen Verlusten von 300 Millionen KES bei Fleisch- und Teeexporten. Blumen verderben wöchentlich, das Fleischvolumen liegt bei unter 5 % des Normalwerts, die Milchwirtschaft steht vor Problemen, und die Teepreise sinken, da die Region 35 % der Umsätze aufnimmt. Überregionale Routen nach Europa, Asien und Nordamerika, die über Drehkreuze im Nahen Osten verlaufen, sind ebenfalls betroffen. Überweisungen von mehr als 400.000 Kenianern aus der Golfregion sind gefährdet.
Kenias Exporte erreichten 2024 mit Gartenbauerzeugnissen, Tee, Bekleidung und Fertigwaren einen Rekordwert von 1,1 Billionen KES. Zu den Minderungsmaßnahmen gehören die Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften und Reedereien für alternative Lösungen, Infrastrukturinvestitionen in den Häfen von Mombasa und Lamu sowie eine Diversifizierung durch die EAC, COMESA, TFTA und AfCFTA hin zu afrikanischen, asiatischen, europäischen und lateinamerikanischen Märkten.