Am 100. Geburtstag der Lufthansa protestierten Hunderte Flugbegleiter und Piloten vor dem Frankfurter Flughafen, während das Management im Hangar One feierte. Parallel stellte der Konzern die Tochtergesellschaft Cityline ein.
Hunderte Lufthansa-Flugbegleiter und -Piloten in gelben Westen marschierten über den Frankfurter Airportring. „Wir sind Lufthansa“, skandierten sie. Plakate zeigten Slogans wie „Sklaverei – für faire Arbeitsbedingungen“ und ein Bild einer Galeere, in der Ruderer schuften, während ein Anzugträger Zitronen auspresst.
Die Proteste fanden genau während der Jubiläumsfeier im Konferenzzentrum „Hangar One“ statt. Ehrengäste wie Bundeskanzler Friedrich Merz lobten die hundertjährige Geschichte des Konzerns. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von „fantastischen Mitarbeitern mit viel Leidenschaft“. Das Bundeskriminalamt sperrte das Gelände weiträumig ab.
Ein Kabinenmitarbeiter kritisierte: „Da feiert sich das Management. Wir, die das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heute ist, werden nicht gefeiert.“ Der Konflikt mit dem fliegenden Personal von Lufthansa Airlines und Lufthansa Cargo schwelt seit Jahren und dreht sich um Rentenbeiträge, Entlohnung und Arbeitsbedingungen.
Angesichts fortgesetzter Streiks beendete Lufthansa Classic den Vertrag mit der Zubringer-Tochter Cityline. Ein internes Schreiben informierte die Belegschaft über die sofortige Einstellung des Betriebs, wie das Handelsblatt berichtet.