Nach gescheiterten Tarifverhandlungen und einer Urabstimmung mit 99-prozentiger Zustimmung droht bei der Lufthansa-Tochter Cityline ein Pilotenstreik. Reisende sollten sich auf mögliche Flugausfälle in den Hubs Frankfurt und München einstellen. Die Umstrukturierung mit der neuen Lufthansa City Airlines könnte Verwechslungen verursachen.
Die Tarifverhandlungen über Gehaltserhöhungen von 3,3 Prozent jährlich für 2024 bis 2026 bei Lufthansa Cityline sind gescheitert. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) beantragte eine Urabstimmung, an der sich 95 Prozent der Mitglieder beteiligten. Am 26. Februar 2024 stimmten 99 Prozent für die Unterstützung der Group-Tarifkommission bei allen Schritten, einschließlich Arbeitskämpfen. „Das Ergebnis zeigt die große Geschlossenheit der Cityline-Pilotinnen und -Piloten“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro.
Lufthansa Cityline, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG, betreibt Regionalflüge mit etwa 30 Flugzeugen der Typen Airbus A319, Bombardier CRJ900 und Airbus A321P2F. Sie nutzt den LH-Code und bringt Passagiere zu den Hubs in Frankfurt und München. Ein Streik könnte Anschlussflüge in die USA oder Asien beeinträchtigen.
Parallel dazu führt die Lufthansa Group eine Umstrukturierung durch: Die 2022 gegründete Lufthansa City Airlines übernimmt schrittweise Aufgaben von Cityline. Seit dem 26. Juni 2024 operativ, flog sie 2025 rund 16.000 Flüge mit zwei Millionen Passagieren zu 27 Zielen. Sie verwendet den VL-Code und operiert unter eigenem Risiko. Ab dem 9. Februar 2026 startet sie in Frankfurt mit Verbindungen nach Manchester, Berlin und anderen Städten.
Für Reisende ändert sich wenig: Buchungen laufen über lufthansa.com, und der Service bleibt gleich. Unterschiede sind relevant bei Streiks – prüfen Sie den Operating Carrier. Airlines informieren per E-Mail oder App über Ausfälle. Reisende haben Anspruch auf Umbuchung, Erstattung, Verpflegung und Entschädigung bis 600 Euro nach EU-Recht, da Streiks kein außergewöhnlicher Umstand sind. Innerdeutsche Flüge können auf die Deutsche Bahn umgebucht werden. Die Kabinengewerkschaft UFO führte bereits am 12. Februar einen Warnstreik durch.