Rodriguez, der Singer-Songwriter aus Detroit, dessen Musik im Ausland einen Kultstatus erlangte trotz Unbekanntheit in den USA, starb am 8. August im Alter von 81 Jahren. Als Tribut hat Paste Magazine seinen gesamten Katalog von 26 Songs aus seinen zwei Alben der 1970er und Non-Album-Tracks bewertet. Die Rangliste hebt die Tiefe seiner bescheidenen Produktion hervor, mit „Crucify Your Mind“ an der Spitze.
Rodriguez veröffentlichte 1970 sein Debütalbum Cold Fact und 1971 das Folgealbum Coming From Reality, doch beide verkauften sich in den USA schlecht, sodass er zum manuellen Arbeiter zurückkehrte. Unwissentlich zirkulierten Bootlegs weit verbreitet in Australien, Neuseeland und besonders Südafrika, wo er populärer als The Rolling Stones wurde und als tot galt. Zwei südafrikanische Fans spürten ihn in Michigan auf, was den Dokumentarfilm Searching for Sugar Man von 2012 inspirierte, der einen Oscar gewann und seine Karriere belebte. In seinen späteren Jahren tourte Rodriguez weltweit, trat bei Festivals wie Glastonbury und Coachella auf, obwohl er trotz Andeutungen von Studio-Plänen keine neue Musik veröffentlichte.
Die Rangliste von Paste Magazine umfasst alle 26 Songs und lobt die Substanz seines kleinen Werks. Der Tiefstplatzierte, „Gommorah (A Nursery Rhyme)“ von Cold Fact, enthält einen Kinderchor, der mit seinem Stil kollidierte und Produktionskonflikte verursachte. Höher platziert sind Tracks wie „Sugar Man“ – sein Signature-Song, gesampelt von Nas und in einem Heath-Ledger-Film zu hören –, die mit unheimlichen Klängen aus Bandmanipulation Mysterium erzeugen. „I Wonder“ sticht mit imperfektem Bass-Motiv und gewagten Texten heraus, die seinen südafrikanischen Ruhm befeuerten, während „Cause“ von Coming From Reality düstere, ginsbergartige Bilder kanalisiert.
Der Spitzen-Song „Crucify Your Mind“ von Cold Fact wird als intimes Meisterwerk von Verlust und Verrat beschrieben, mit abstrakten, interpretationsoffenen Texten. Rodriguez spielte ihn in The Late Show with David Letterman mit 20 Musikern. Andere unrecorded Tracks wie „Street Boy“ und „Can't Get Away“ aus Sessions eines abgebrochenen dritten Albums zeigen seinen sich wandelnden Sound. Seine Texte thematisierten oft urbane Dystopie und soziale Übel, wie in „Inner City Blues“, das Fans half, ihn über die Zeile „Met a girl from Dearborn“ zu finden. Rodriguez’ Geschichte vom Unbekannten zum späten Star unterstreicht die unvorhersehbaren Wege der Schallplattenmusik.