Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl 2027 ist Robert Zarader, Leiter der Kommunikationsagentur Bona fidé, davon überzeugt, dass Frankreich sich von absoluten Mehrheiten hinter dem Präsidenten entfernt. Er deutet die mögliche Ankunft einer Ära der „Tickets“ an, bei der Kandidaten ihren Premierminister bereits im Vorfeld benennen. In einem Interview mit Le Figaro stellt er eine Buchreihe zur politischen Kommunikation vor.
Robert Zarader, Präsident der Kommunikationsagentur Bona fidé, äußert sich ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl 2027. In einem Interview mit Louis Hausalter für Le Figaro, das am 7. April 2026 veröffentlicht wurde, stellt er eine Sammlung kurzer Texte mit dem Titel „Les idées de Bona fidé“ zur politischen Kommunikation vor.
Zarader beklagt, dass „la communication a pris le pas sur le politique“, also die Kommunikation die Politik überholt habe. Er erklärt, dass die öffentliche Debatte verarmt sei, da schwache Überzeugungen aufgrund fehlender politischer Visionen durch Kommunikation ersetzt würden. Er hebt die Explosion sozialer Medien, Informationskanäle und politischer Gäste in den Medien hervor, die mehr Form als Inhalt schaffe.
Er stellt fest: „tout montre que l’on sort d’une logique de majorité absolue derrière le futur président“, was auf eine Abkehr von absoluten Mehrheiten hindeutet. Die Extreme hätten die Fähigkeit, eine nationale Vision zu präsentieren, besser genutzt als die traditionellen Parteien. Er verweist auf das unerfüllte Versprechen von Emmanuel Macron, die Opposition zwischen Links und Rechts zu beenden.
Zarader schlägt vor: „l’ère des tickets est peut-être venue, avec des candidats qui indiqueraient d’emblée qui sera leur premier ministre“, also dass die Ära der Tickets angebrochen sein könnte. Dieses Interview beleuchtet die erwarteten Veränderungen in der politischen Strategie im Vorfeld der Wahl.