Die argentinische Schriftstellerin Samanta Schweblin hat den ersten, mit einer Million Euro dotierten Aena-Preis für hispanoamerikanische Erzählkunst für ihren bei Seix Barral erschienenen Erzählband 'El buen mal' gewonnen. Die Auszeichnung würdigt das beste im Jahr 2025 im hispanischen Raum veröffentlichte Buch in spanischer Sprache. Die Finalisten Héctor Abad Faciolince, Nona Fernández, Marcos Giralt Torrente und Enrique Vila-Matas erhielten bei der Gala im Museu Marítim in Barcelona jeweils 30.000 Euro.
Die 48-jährige, in Berlin lebende Samanta Schweblin nahm den Preis bei einem Galadinner entgegen, das von Martina Klein und Josep Cuní im Museu Marítim in Barcelona moderiert wurde. Die Juryvorsitzende Rosa Montero überreichte die Auszeichnung und lobte Schweblins Erzählungen dafür, dass sie 'die Grenzen zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen mit hypnotischer Schönheit' meisterhaft ausloten, sowie für ihren 'einzigartigen Stil, der die Spannung eines Thrillers mit ungewöhnlicher philosophischer Tiefe verbindet'.
Der Jury gehörten Pilar Adón, Luis Alberto de Cuenca, Jorge Fernández Díaz, Leila Guerriero, José Carlos Llop und Élmer Mendoza an, unterstützt durch die Schriftführer Sergio Vila-Sanjuán und Jesús García Calero. Der Präsident von Aena, Maurici Lucena, verteidigte den Preis als Form des gesellschaftlichen Mäzenatentums. Schweblin setzte sich gegen die weiteren Finalisten durch.
Sichtlich bewegt bezeichnete Schweblin den Preis als 'eine Grundsatzerklärung' zur Würdigung der Kurzgeschichte und als eine 'Umarmung der argentinischen literarischen Tradition, die schon immer Schönheit im Fremden gefunden hat'. Sie dankte ihrer Familie und der 'sehr vernachlässigten' öffentlichen Universität von Buenos Aires und fügte hinzu, sie stehe 'unter Schock, als wäre ich gerade von einem Roulettekessel aufgestanden'.
'El buen mal' erforscht in sechs Erzählungen mit verletzlichen Charakteren die Grenze zwischen Fürsorge und Gewalt und hinterfragt moralische Grenzen im Alltag.
Die Gala wurde von künstlerischen Interventionen begleitet, die von den Werken der Finalisten inspiriert waren: ein Monolog für Giralt Torrentes 'Los ilusionistas', Klavierbegleitung für 'El buen mal', eine Performance für Vila-Matas, Live-Zeichnungen und Stimme für Fernández sowie ein ukrainischer Tanz für Abad Faciolince. Zu den anwesenden Gästen zählten Salvador Illa, Jaume Collboni und Jordi Hereu.