In einer dramatischen Zuspitzung der Krise am Krankenhaus Claudio Vicuña haben 22 Ärzte – darunter wichtige Fachkräfte – ihren Rücktritt zum 27. April angekündigt. Sie solidarisieren sich damit mit der Direktorin Loreto Maturana, die von den Gesundheitsbehörden zum Rücktritt gedrängt wurde, nachdem sie die ehemalige Ministerin Jeannette Vega zur medizinischen Unterdirektorin ernannt hatte. Dieser Schritt verschärft den Vorwurf der politischen Verfolgung, nachdem sich zuvor bereits Übergangsbeauftragte geweigert hatten, Vega abzusetzen.
Die Kontroverse um die Ernennung von Jeannette Vega zur medizinischen Unterdirektorin, die Anfang der Woche begann, als Direktorin Loreto Maturana die ehemalige Ministerin für soziale Entwicklung ohne Konsultation des Servicio de Salud Valparaíso-San Antonio (SSVSA) oder des Gesundheitsministeriums ernannte, hat sich weiter verschärft.
Der SSVSA hatte Maturanas unfreiwilligen Rücktritt wegen Vertrauensverlusts gefordert und die Interimsbeauftragten Ximena Parada, Alex Gómez und Mauricio Cortés angewiesen, Vega abzuberufen. Alle lehnten dies mit der Begründung ab, dass die Gesundheit keine politische Farbe kenne. Nun folgten 22 Krankenhausärzte diesem Beispiel und kündigten in einem Schreiben ihre Kündigung an, in dem sie Maturanas Management lobten und eine „politische Verfolgung“ unter dem Deckmantel technischer Gründe ablehnten.
Vegas Partei, der Partido por la Democracia (PPD), wirft dem Partido Republicano – insbesondere dem Abgeordneten Luis Sánchez, der die Einstellung online kritisierte – vor, den Rückschlag mit „schwarzen Listen“ aus der Zeit von 1973 zu vergleichen. Sie verteidigen Vega als eine an der Universidad de Chile ausgebildete Chirurgin mit einem Doktortitel in öffentlicher Gesundheit. Unterstützer, darunter Ignacio de la Torre vom Ärztekollegium in Valparaíso und der ehemalige Beamte Bernardo Martorell, unterstreichen ihre Expertise aus ihrer Tätigkeit bei der Fonasa und der WHO.
Der Direktor des SSVSA, Juan Castro, bekräftigte seine Bedenken hinsichtlich der politisierten Einstellung, während Senator Juan Luis Castro von Diskriminierung spricht und ein Eingreifen in Erwägung zieht. Die festgefahrene Situation lässt die Führung des Krankenhauses im Ungewissen.