Der chilenische Senat hat mit 32 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen einer 30-tägigen Verlängerung des Ausnahmezustands in der Region La Araucanía sowie in den Provinzen Arauco und Biobío zugestimmt. Wenige Stunden zuvor hatte die Abgeordnetenkammer das Vorhaben mit 105 Ja-Stimmen, 23 Nein-Stimmen und 21 Enthaltungen verabschiedet. Die von der Regierung von Präsident José Antonio Kast beantragte Maßnahme stieß auf Kritik, da nach fast vier Jahren weiterhin ein umfassender Plan fehle.
Die Abgeordnetenkammer billigte die Verlängerung am Nachmittag des 21. April im Beisein der Minister für Segpres, Verteidigung und Inneres. Innenminister Claudio Alvarado rechtfertigte den Schritt mit dem Erfolg bei der Reduzierung der Gewalt und betonte die Notwendigkeit von mehr Polizeipersonal und besseren Ausrüstungen. „Wir sind heute nicht hier, um diese Zahlen zu feiern“, sagte Alvarado.
Verteidigungsminister Fernando Barros erklärte, dass das Kontingent aufgestockt worden sei und ein Plan unter Einbeziehung von Nachrichtendiensten darauf abziele, gewalttätige Akteure zu isolieren, wenngleich das Problem nicht in 30 Tagen gelöst werden könne. Ministerin für öffentliche Sicherheit Trinidad Steinert ergänzte, dass der Ausnahmezustand aufgrund unzureichender Ressourcen bei den Carabineros und fehlender technologischer Ausstattung nicht aufgehoben werden könne.
Im Senat kam Widerstand von Vanessa Kaiser (PNL) und Fabiola Campillai (parteilos), während sich Diego Ibáñez, Beatriz Sánchez (Frente Amplio) und Rodolfo Carter (parteilos) der Stimme enthielten. Senatoren kritisierten die Normalisierung der Maßnahme und forderten eine geheime Sitzung, um Details zu besprechen. Die Abgeordnete Gloria Naveillán (PNL) bezeichnete den Antrag als „absolut nutzlos“, da es an militärischen Befugnissen fehle.
Abgeordnete wie Eduardo Cretton (UDI) und Cristián Neira (Republikaner) unterstützten die Verlängerung aufgrund der sicherheitspolitischen Erfolge.