Darya, 24, und Donya, 20, aus Göteborg mussten ihre Studien, Familie und Freunde in Schweden verlassen, um im Oktober nach Iran abgeschoben zu werden. Sie leben nun bei Verwandten in einem angespannten Land, getrennt von ihren Eltern und jüngeren Geschwistern, die blieben. Die Sehnsucht nach der Familie ist intensiv, und sie stehen vor Unsicherheit über ihre Zukunft.
Darya und Donya, die sieben Jahre in Schweden gelebt hatten, begannen ihr Pflegeausbildungsstudium an der University West in Trollhättan vor der Abschiebung. Sie kamen als Kinder mit befristeten Aufenthaltstiteln über ihren Vater nach Schweden, aber mit 18 Jahren reichten familiäre Bindungen nicht mehr als Aufenthaltsgrund. Die Migrationsverket verweigerte ihnen Arbeitserlaubnisse unter Berufung auf falsche Angaben in Stellenanzeigen, die die Schwestern ihren Arbeitgebern zuschreiben. Sie wurden beraten, Studienaufenthalt aus dem Iran zu beantragen, und die Universität reservierte Plätze für sie bis März 2026. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, da die Behörde meinte, sie hätten nicht nachgewiesen, dass sie studieren wollten. „Wir dachten, wir könnten schnell zurückkommen, wenn wir nur die Regeln befolgen“, sagt Darya. Bei der Landung im Iran beschreiben sie einen Schock: „Als wir im Iran landeten, fühlte es sich an, als ob alles auf einmal zusammenbrach.“ Sie leben bei Verwandten, aber das Internet ist instabil und Anrufe nach Hause brechen oft ab. Die Lage im Iran ist angespannt nach Protesten, die mit Gewalt niedergeschlagen wurden; nach manchen Quellen wurden bis zu 30.000 Menschen getötet. Schwedische Behörden haben Abschiebungen nach Iran gestoppt und reisen dorthin abgeraten. Der Vater hat einen dauerhaften Aufenthaltstitel, die Mutter wartet auf eine Entscheidung, und die jüngeren Geschwister sind schwedische Staatsbürger. Ein Geschwisterkind hat erhebliche Pflegebedürfnisse, und die Schwestern waren eine wichtige Stütze. Die Mutter Foziyeh sagt: „Ihre Zimmer sind jetzt still. Jedes Mal, wenn ich die Tür öffne und sehe, dass sie nicht da sind, spüre ich, wie die Einsamkeit das ganze Haus erfüllt.“ Die Schwestern haben Teile ihrer persischen Sprache verloren, und ihr schwedisches Abitur qualifiziert sie nicht für Studien im Iran. „Es tut auf eine Weise weh, die schwer zu beschreiben ist“, sagt Darya über die Sehnsucht. Donya fügt hinzu: „Wir haben nicht nur ein Land verlassen, wir haben unser tägliches Leben, unsere Freunde, unsere Routinen und die Zukunft verlassen, die wir über Jahre aufgebaut hatten.“