Der schwedische Migrationsminister Johan Forssell (M) erklärt, dass bis spätestens Mai eine Gesetzesvorlage zu sogenannten Teenager-Abschiebungen dem Legislativrat vorgelegt wird. Der Vorschlag wird es betroffenen Jugendlichen ermöglichen, die Highschool abzuschließen und andere Aufenthaltstitel zu beantragen. Migrationsverket hat seit der Einigung der Tidö-Parteien Anfang März bestimmte Abschiebungen ausgesetzt.
Der schwedische Migrationsminister Johan Forssell (M) teilte gegenüber Dagens Nyheter mit, dass bis spätestens Mai eine Gesetzesvorlage zu Teenager-Abschiebungen dem Legislativrat vorgelegt wird. „Es wird eine Möglichkeit für sie geben, die Highschool zu beenden, sowie gewisse Chancen, andere Aufenthaltstitel zu erhalten“, sagte er. Teenager-Abschiebungen betreffen junge Erwachsene, deren Eltern ein Bleiberecht in Schweden haben, die jedoch selbst bei Erreichen des 18. Lebensjahres die Voraussetzungen für eine eigene Aufenthaltserlaubnis nicht erfüllen. Der Vorschlag stützt sich auf die Untersuchung zu familiären Bindungen, ist jedoch umfassender und beinhaltet Überarbeitungen zum Abhängigkeitsstatus. „Das Ventil, das wir jetzt vorbereiten, wird auf diese Gruppe von wohlverhaltenen Jugendlichen abzielen“, so Forssell, der Wege zur Beschäftigung oder Hochschulbildung erwähnte. Seit sich die Tidö-Parteien Anfang März auf Gesetzesänderungen geeinigt haben, hat Migrationsverket Ablehnungsentscheidungen in bestimmten Fällen ausgesetzt. Die Pause gilt für Personen unter 21 Jahren, die als Familienmitglieder eingereist sind, während des laufenden Verfahrens 18 geworden sind und deren Bezugsperson über eine Aufenthaltserlaubnis oder die schwedische Staatsbürgerschaft verfügt. Rechtskräftige Fälle sind davon nicht betroffen. Forssell konnte nicht sagen, wann das Gesetz in Kraft treten wird, da dies von der Prüfung durch den Legislativrat und einer möglichen Sommersitzung des Parlaments abhängt. Auf Kritik reagierte er mit einem Hinweis auf die Untätigkeit früherer Regierungen: „Centerpartiet, Miljöpartiet und Vänsterpartiet hatten sechs Jahre Zeit, eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten. Sie haben nichts getan.“ Für Personen mit rechtskräftigen Ablehnungsbescheiden empfiehlt er neue Anträge für Arbeit oder Studium, ungeachtet der Lohnschwellen. Die Regierung hat Ausnahmen für Mangelberufe wie Gesundheits- und Altenpflege gefordert.