Migrationsminister Johan Forssell (M) schlägt vor, dass Jugendliche, die mit 18 vor Abschiebung stehen, die Oberschule abschließen dürfen. Proteste gegen die Abschiebung von Teenagern nehmen in Schweden zu, nachdem das 'Spårbytet' abgeschafft wurde, trotz Warnungen vor Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Politiker verschiedener Parteien äußern Besorgnis über die Folgen für wohlerzogene junge Menschen.
Migrationsminister Johan Forssell (M) sagte im Ekot-Samstagsinterview am 14. Februar, dass Jugendliche, die 18 werden, ohne eigenen Schutzgrund, die Oberschule vor der Abschiebung abschließen dürfen sollten. «Das ist wirklich der Fehler im System», sagte er. Abschiebungen von Teenagern haben starke Proteste in Schweden ausgelöst. Am Wochenende fanden in mehreren Städten Demonstrationen statt, um Betroffene, Freunde und Klassenkameraden zu unterstützen. Beispiele sind fleißige Menschen mit niedrigen Löhnen im Gesundheitswesen, in Schweden aufgewachsene Teenager und ein acht Monate alter in Schweden geborener Junge, der ohne seine Eltern nach Iran abgeschoben werden könnte. Politische Reaktionen sind gemischt. Die Liberalen fordern ein 'Ventil', um Abschiebungen von Teenagern zu stoppen. Bei den Christdemokraten gärt es, angesichts des traditionellen Fokus der Partei auf Flüchtlinge und Familie. SD-Chef Jimmie Åkesson schrieb in Aftonbladet, dass junge Menschen, die 'sich angepasst und Schweden zu ihrem Eigen gemacht haben', eine Chance bekommen müssen. Helena Nanne (M), Oppositionsstadträtin in Malmö, betonte gegenüber Aftonbladet am 12. Februar: «Es ist entscheidend, dass junge Menschen, die alles richtig gemacht haben – Schwedisch gelernt, sich benommen und Teil unserer Gesellschaft geworden sind – nicht ins Kreuzfeuer geraten ... Die Moderaten stehen für die wohlerzogenen und fleißigen Menschen.» Forssell äußerte Besorgnis, versprach aber keine unmittelbaren Lösungen: «Ich bin daran interessiert, eine Lösung für diese Gruppe wohlerzogener junger Erwachsener zu finden ... Aber ich bin auch daran interessiert, dass es auf die richtige Weise geschieht.» Er erwähnte, dass eine Lösung bis zu einem Jahr dauern könnte. Die Entscheidungen resultieren aus Gesetzesänderungen, die das 'Spårbytet' abschafften, trotz Warnungen in Stellungnahmen unter anderem der Migrationsbehörde zu Konsequenzen für Kinder und Jugendliche. Nahezu das gesamte Parlament ignorierte diese Warnungen. SD-Migrationspolitiker Ludvig Aspling verteidigte die Abschiebungen auf der Plattform X und schrieb: «Was hier passiert, scheint zu sein, dass viele Ausländer unter dem Eindruck leben, dass Entscheidungen der Migrationsbehörde nichts bedeuten.» Laut Leitartiklern steht die Regierung an einem Scheideweg zwischen bürgerlichen Prinzipien und der SD-Migrationspolitik. Eine kürzliche Podiumsdiskussion mit Abgeordneten aus dem Örebro-Kreis beinhaltete die Frage einer jungen Frau zu Teenager-Abschiebungen.