Am Freitag kündigten die Tidö-Parteien eine Pause bei den Abschiebungen von Jugendlichen an, bis Gesetzesänderungen greifen. Die Migrationsbehörde stoppt sofort Prüfungen für Personen bis 21 Jahre, doch viele junge Menschen fragen sich, ob es sie betrifft. Anwälte weisen auf Unsicherheiten in den Vorschlägen hin.
Die Tidö-Parteien, die die schwedische Regierung bilden, hielten am Freitag, 6. März 2026, eine Pressekonferenz ab und kündigten mehrere vorgeschlagene Gesetzesänderungen in der Migrationspolitik an. Unter anderem werden die Abschiebungen von Jugendlichen – Ausweisungen junger Erwachsener, die in Schweden aufgewachsen sind, aber nach dem 18. Lebensjahr keine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben – bis zu einer permanenten Lösung ausgesetzt werden. Die Migrationsbehörde kündigte kurz nach der Pressekonferenz an, dass sie die Prüfungen solcher Fälle für Personen bis 21 Jahre alt einstellt. Migrationsminister Johan Forssell (M) betont, dass es sich nicht um eine temporäre Panikreaktion handelt, wie von der Opposition gefordert, sondern um Teil einer permanenten Gesetzesänderung, die vom Parlament beschlossen werden soll. „Wir haben das die ganze Zeit gesagt. Dieses Problem gibt es in Schweden seit zehn Jahren, und jetzt ist es höchste Zeit für eine permanente Lösung“, sagt Forssell. Die Opposition hatte zuvor Pausen bei diesen Abschiebungen vorgeschlagen, diese wurden jedoch von den Tidö-Parteien abgestimmt. Vor nur wenigen Tagen hatte Forssell noch erklärt, dass eine solche Pause nicht zur Debatte stehe. Laut dem Minister liegt der Unterschied darin, dass die Forderungen der Opposition ein formelles Gesetz erfordern würden, das länger dauert, während der Vorschlag der Regierung das Problem an der Wurzel angeht. Trotz der Ankündigung bestehen Unsicherheiten. Die 21-jährige Ayla Rostami äußert Bedenken: „Ich weiß nicht, ob es auch für mich gilt.“ Anwältin Louise Dane beim Asylrechtszentrum weist auf Fragen zum vorgeschlagenen „Sicherheitsventil“ für Aufenthaltserlaubnisse hin. „Welches Ventil meinen sie? Das haben sie nicht beantwortet“, sagt sie. Frühere Vorschläge zu Abhängigkeitsverhältnissen gelten als unzureichend für die meisten Fälle. Für bereits Abgeschobene, wie die Schwestern Donya und Darya Javid Gonbadi, die trotz Zulassung zu Pflegeausbildungen Schweden verlassen mussten, gilt die Änderung nicht rückwirkend. Sie müssen neu beantragen. Personen mit Ablehnungen, die noch in Schweden sind, könnten betroffen sein, wenn sie Berufung einlegen, da neue Umstände aus der Gesetzesänderung berücksichtigt werden könnten. Die Regierung stellte auch weitere Änderungen vor, wie erleichterte Verlängerungen von Arbeitserlaubnissen für Quereinsteiger und Ausnahmen für Engpassberufe in Pflege und Wohlfahrt. Dane kritisiert die Regierung dafür, dass sie den Referenzstellen früher nicht gefolgt sei, was die aktuelle Situation hätte verhindern können.