Im nördlichsten bewohnten Dorf Schwedens, Keinovuopio, muss der 64-jährige Sixten Jensen 50 Kilometer hin und zurück nach Finnland fahren, um seinen Hausmüll zu entsorgen. Die lange Strecke resultiert aus fehlenden lokalen Abfalllösungen wegen schwierigem Gelände und früherer Probleme mit überlaufenden Containern. Sixten äußert starke Frustration über die Situation und sorgt sich besonders um den Sommer.
Keinovuopio, das nördlichste bewohnte Dorf Schwedens, liegt direkt an der Grenze zu Finnland und ist für seine abgelegene Lage bekannt. Im Winter können Bewohner den Grenzfluss auf dem Eis überqueren, im Sommer ist jedoch die einzige Route nach Schweden eine Hängebrücke, die kein Autogewicht trägt. Dies erzeugt große Herausforderungen für Alltagsbedürfnisse wie Müllentsorgung. Sixten Jensen, 64, kämpft seit Jahren mit dem Abfallproblem. Früher gab es Container auf finnischer Seite nahe seinem Zuhause, doch sie liefen über wegen Durchgangsverkehr und Touristen. Das finnische Abfallunternehmen kündigte die Vereinbarung, nachdem Müll in den Fluss geweht war. „Es war verdammt schlimm, so viele Touristen kamen und kippten Müll, und niemand hat sie geleert. Wenn es wehte, landete viel Müll im Fluss“, sagt Sixten. In den letzten Monaten stellte die Kiruna-Kommune mit Tekniska verken temporäre Tonnen nahe der Brücke auf, doch diese konnten wegen eingeschränktem Zugang nicht geleert werden und werden nun entfernt. Stattdessen wird Sixten zur Müllstation in Kilpisjärvi geschickt, 25 Kilometer entfernt. „Ich finde das furchtbar“, sagt er und sorgt sich um das Fahren mit heiß riechendem Müll im Sommer oder was passiert, wenn das Auto kaputtgeht. Otto Andersson, Leiter Recycling bei Tekniska verken, gibt zu, dass 50 Kilometer weit ist, merkt aber an, dass Kilpisjärvi der nächste Ort ist, wo Bewohner einkaufen. Eine schwedische Alternative wie Karesuando ist doppelt so weit. „Wir sind offen für Dialog“, sagt er, doch Abfuhr nahe dem Zuhause scheint unwahrscheinlich. Sixten hat der Kommune gemailt und hofft auf eine baldige Lösung; andernfalls könnten illegale Methoden wie Müllverbrennung unter Nachbarn zunehmen.