Forscher haben die erste quantitative Studie zu Post-Game-Depressionen durchgeführt und sind zu dem Schluss gekommen, dass Rollenspiele im Vergleich zu anderen Genres die stärksten Gefühle auslösen. Die Studie, an der 373 Teilnehmer beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Current Psychology veröffentlicht. Spieler, die Rollenspiele abschlossen, zeigten stärkere depressive Symptome und Störungen bei der emotionalen Verarbeitung.
Ein Team der SWPS-Universität und der Stefan-Batory-Akademie für angewandte Wissenschaften hat die nach eigenen Angaben erste wissenschaftliche Studie zur Messung von Post-Game-Depressionen (P-DGS) veröffentlicht – jenem Gefühl der Leere nach dem Beenden eines tiefgreifenden Videospiels. Die Untersuchung, die im Fachjournal Current Psychology detailliert beschrieben wird, stützt sich auf zwei Studien mit 373 Teilnehmern, die über Reddit und Discord rekrutiert wurden. Dabei wurden vier Unterskalen bewertet: spielbezogenes Grübeln, die Herausforderung des Erlebnisendes, die Notwendigkeit, das Spiel zu wiederholen, und Medien-Anhedonie. Spielbezogenes Grübeln erwies sich als der intensivste Aspekt, während Medien-Anhedonie – die verringerte Freude an anderen Medien – am wenigsten ausgeprägt war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rollenspiele stärkere Post-Game-Depressionen hervorrufen als andere Spiele, wobei die Teilnehmer nach dem Abschluss solcher Titel stärkere depressive Symptome und Störungen in der emotionalen Verarbeitung berichteten. Die Studie merkt an, dass diese Effekte mit einer Untersuchung aus dem Jahr 2012 vergleichbar sind, die ähnliche Emotionen nach dem Lesen von Belletristik von Autoren wie Arthur Conan Doyle oder José Saramago behandelte. Wie es im Abstract heißt, liefert die Forschung ein quantitatives Maß für dieses Phänomen, das unter Spielern bisher nur anekdotisch bekannt war.