Zwei Videospiele haben kürzlich Review-Bombing auf Steam erlebt, wobei Highguard negative Bewertungen erhielt und Starsand Island einen Zustrom verdächtiger positiver Bewertungen verzeichnete. Entwickler und ehemalige Mitarbeiter schreiben diese Aktionen der Beeinflussung der Spielerwahrnehmung zu. Die Vorfälle beleuchten Schwachstellen in den Benutzerbewertungssystemen für Spiele.
Videospiele scheinen im Vergleich zu anderen Medien besonders anfällig für Bewertungsmanipulation zu sein, wie jüngste Fälle mit zwei Titeln auf Steam zeigen. Highguard, entwickelt von Wildlight Entertainment, wurde am 26. Januar als Free-to-Play-Spiel für PC und Konsolen veröffentlicht. Es startete stark mit fast 100.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam, verlor aber schnell bis zu 95 % seines Publikums aufgrund gemischter Bewertungen und Gameplay-Problemen. Bis diese Woche waren die gleichzeitigen Spieler unter 5.000 gefallen. Die Probleme des Spiels gehen auf einen Trailer zurück, der bei den Game Awards im Dezember vorgestellt wurde und Kritik hervorrief. Josh Sobel, ein ehemaliger Tech-Künstler und Rigger, der aus dem Studio entlassen wurde, kommentierte auf X, wie von IGN berichtet: „Der Trailer kam raus, und es ging bergab von da an… Wir wurden von Minute eins zur Lachnummer, größtenteils wegen falscher Annahmen über eine Millionen-Dollar-Werbeeinblendung, die sogar prominente Journalisten bald als Tatsache darstellten. Innerhalb von Minuten war entschieden: Dieses Spiel war tot bei Ankunft, und Creator hatten jetzt monatelang kostenloses Ragebait-Material. Jedes unserer Social-Media-Videos wurde in die Hölle gedownt… Beim Launch bekamen wir über 14k Review-Bombs von Usern mit weniger als einer Stunde Spielzeit. Viele haben nicht mal das erforderliche Tutorial fertiggebracht.“ Sobel deutete an, dass die Gamer-Kultur zum Niedergang des Spiels beigetragen hat, erkannte aber andere Faktoren an. Er hat seitdem sein Konto gelöscht. Im Gegensatz dazu trat Starsand Island, eine Anime-inspirierte Lebenssimulation des chinesischen Entwicklers Seed Sparkle Lab, letzte Woche in den Early Access auf Steam ein und ist auch auf Xbox Game Pass verfügbar. Das Studio äußerte in einer Steam-Seitenaktualisierung Bedenken hinsichtlich eines Ansturms übermäßig positiver Bewertungen, viele nach minimaler Spielzeit und zu ähnlichen Zeiten gepostet, was auf Bot- oder KI-Beteiligung hindeutet. Einige Accounts kauften das Spiel nur, um zu bewerten, und holten es dann zurück. Die Entwickler beschrieben dies als „irgendeine Art von Überlob als Angriff“ und vermuteten absichtliche Störung. Sie stellten fest, dass das Erstellen eines Indie-Spiels „nicht einfach“ ist, und forderten die Verantwortlichen auf, „bitte aufzuhören“, wobei sie ihren Fokus auf die Verbesserung des Produkts betonten.