Schwedin nach britischer Razzia gegen religiöse Bewegung festgenommen

Die britische Polizei stürmte am Mittwoch mit über 500 Beamten die Organisation The Ahmadi Religion of Peace and Light in Crewe. Eine 39-jährige Schwedin wurde zusammen mit neun weiteren Personen wegen des Verdachts auf Menschenhandel und sexuellen Missbrauch festgenommen. Die schwedische Polizei beteiligte sich mit nachrichtendienstlichen Informationen.

Kurz vor 9 Uhr am Mittwoch stürmten mehr als 500 Polizeibeamte das Gelände der Organisation The Ahmadi Religion of Peace and Light im britischen Crewe. Zehn Personen wurden festgenommen, darunter eine 39-jährige Schwedin, die des Menschenhandels und des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird. Die anderen Inhaftierten stammen unter anderem aus Ägypten, Mexiko, Deutschland, Spanien und den USA.

Die Ermittlungen begannen im März dieses Jahres nach Berichten über Sexualverbrechen, Zwangsheiraten und Menschenhandel, die im Jahr 2023 gegen eine Frau begangen wurden, die Mitglied der Bewegung war. Gareth Wrigley, Polizeichef der Cheshire Police, erklärte: „Obwohl die Festgenommenen Mitglieder der Gruppe sind, möchte ich klarstellen, dass es sich hierbei nicht um eine Untersuchung gegen die Religion handelt, sondern um eine Untersuchung der uns gemeldeten schwerwiegenden Anschuldigungen.“

Die von Polizei und Medien als Sekte bezeichnete Bewegung war zuvor ab 2019 in Sävsjön in der schwedischen Gemeinde Hällefors ansässig. Die schwedische Polizei, die Gemeinde und das Migrationsgericht hatten aufgrund des aggressiven Verhaltens der Gruppe Probleme mit ihr, was im Jahr 2022 zu 69 Ausweisungsentscheidungen führte. Die meisten Mitglieder zogen daraufhin nach Crewe, wo heute etwa 150 Personen leben, darunter über 50 Kinder.

Die schwedische Polizei aus der Region Bergslagen beteiligte sich an der Razzia. Marie Forssten, Leiterin der Nachrichtendienstabteilung, bestätigte gegenüber P4 Örebro: „Wir waren vor Ort“ und lieferten Informationen aufgrund des früheren Aufenthalts der Bewegung in Hällefors. Die schwedische Polizei hatte zuvor Straftaten wie Geldwäsche und Menschenhandel in Schweden vermutet, jedoch fehlten die Beweise. Die Voruntersuchungen könnten nun durch neue Informationen wieder aufgenommen werden.

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