Spannungen prägen den ersten Tag der Anhörungen zum Gletschergesetz

Die argentinische Abgeordnetenkammer hat am Mittwoch öffentliche Anhörungen zur Reform des Gletschergesetzes begonnen. Trotz mehr als 105.000 Anmeldungen wurden nur 360 Redner zugelassen, was zu Anfechtungen durch die Opposition und Protesten vor dem Kongress führte.

Die öffentliche Anhörung in der argentinischen Abgeordnetenkammer zur Reform des Gletschergesetzes, die von der Regierung unter Javier Milei vorangetrieben wird und bereits im Februar vom Senat halbseitig verabschiedet wurde, begann am 25. März unter hohen Spannungen. Von den über 105.000 registrierten Personen konnten nur etwa 360 das Wort ergreifen. Die Redezeit wurde von fünf auf vier Minuten gekürzt, was der Präsident der Kommission für Verfassungsangelegenheiten, Nicolás Mayoraz, mit der Rechtmäßigkeit des Verfahrens begründete. Die Oppositionspolitiker Maximiliano Ferraro, Sabrina Selva und Pablo Juliano reichten eine formelle Anfechtung ein und verwiesen auf Verstöße gegen die Nationalverfassung, das allgemeine Umweltgesetz und das Abkommen von Escazú aufgrund einer intransparenten Rednerauswahl und kurzfristiger Verfahrensänderungen. Ferraro warnte: „Mehr als 100.000 Menschen haben sich angemeldet, um zu sprechen, aber die Zahl wurde auf 0,3 % reduziert“, was Spielraum für rechtliche Schritte lasse. Innerhalb des Saals kam es zu Spannungen, darunter ein Zusammenstoß zwischen dem libertären Abgeordneten Sebastián Pareja und dem Gewerkschafter Mario „Paco“ Manrique, während Selva das Anfechtungsdokument an Mayoraz übergab. Draußen protestierten sozio-ökologische Gruppen unter dem Motto „Wir stellen uns an, bis man uns sprechen lässt.“ Kritiker wie der Anwalt Enrique Viale bezeichneten die Anhörung als „Farce“ und stellten sie in den Kontext von Bergbauinteressen: „Sie überlassen das Wasser für immer den großen Bergbauunternehmen.“ Die ehemalige Abgeordnete Marta Maffei, Autorin des ursprünglichen Gesetzes von 2010, nannte es „eine Farce, die eine öffentliche Anhörung vortäuscht.“ Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel betonte, dass „Entwicklung nicht Ausbeutung bedeutet“, während Daniel Filmus den aktuellen Rahmen aufgrund seiner wissenschaftlichen Basis verteidigte und vor Rechtsstreitigkeiten warnte. Provinzvertreter verdeutlichten die Spaltung: Während La Pampa Bedenken hinsichtlich der Wassereinzugsgebiete äußerte, verteidigte San Juan den Bergbau. Der zweite Tag findet virtuell statt, die Debatte ist für April angesetzt.

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