Die argentinische Abgeordnetenkammer hat am frühen Donnerstag eine Reform des Gletschergesetzes mit 137 Ja-Stimmen, 111 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen verabschiedet. Die Änderung erlaubt extraktive Aktivitäten wie Bergbau in bisher geschützten Gebieten, was zu heftigem Gegenwind von Umweltschützern und Bürgern führte. Über 300.000 Menschen schlossen sich einer kollektiven Verfassungsklage an, und der Gouverneur von La Pampa reichte eine gerichtliche Verfügung ein.
Die argentinische Abgeordnetenkammer hat eine Reform des ursprünglichen Gletschergesetzes verabschiedet, das vor 15 Jahren erlassen wurde, um Gletscher und periglaziale Umgebungen als strategische Süßwasserreserven zu schützen. Die neue Fassung ermöglicht Eingriffe mit hohen Auswirkungen, wie etwa Bergbau, in zuvor geschützten Gebieten.
Über 105.000 Bürger meldeten sich zu öffentlichen Anhörungen an, doch laut Berichten wurde nur 0,2 % Gehör geschenkt. Als Reaktion darauf mobilisierte sich die Zivilgesellschaft: Über die Website demandacolectivaglaciares.org schlossen sich mehr als 300.000 Menschen einer kollektiven Verfassungsklage an, die von Organisationen wie FARN und Greenpeace unterstützt wird.
Die Schauspielerin Nacha Guevara kritisierte die Abgeordneten in einem Instagram-Video scharf: "Miren que hacen cagadas ustedes, pero esta no tiene perdón" (Schaut, welchen Mist ihr baut, aber dieser hier ist unverzeihlich). Sie fügte hinzu: "Wenn die Zeit vergeht und ihr an einer Krankheit sterbt, vielleicht unheilbar... wünsche ich mir, dass ihr euch an diesen Tag erinnert, an dem ihr eure Hand gehoben habt".
Gouverneur Sergio Ziliotto aus La Pampa reichte eine gerichtliche Verfügung gegen das Gesetz ein, um dessen Aussetzung aufgrund der Auswirkungen auf den Wasserzugang zu erwirken. Umweltorganisationen treiben ebenfalls Sammelklagen voran.