Nach der anfänglichen Kontroverse um Bildungskürzungen in einem Memo des Finanzministeriums vom 21. April hat das chilenische Finanzministerium das volle Ausmaß enthüllt: Es fordert 22 Ministerien auf, 142 Sozialprogramme zu streichen und 260 weitere zu kürzen, um im Budget 2027 Einsparungen in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar zu erzielen. Der Vorschlag, der mit dem Vorstoß von Finanzminister Jorge Quiroz für eine Steuerreform verknüpft ist, bei der Vollbeschäftigung als ideale Sozialpolitik hervorgehoben wird, hat scharfe Kritik von Wissenschaftlern, Gewerkschaften und Oppositionsführern hervorgerufen.
Die umfassenderen Details der Memos des Finanzministeriums, die nach der Präsentation der Steuerreform durch Minister Jorge Quiroz am Mittwoch versandt wurden – bei der er anmerkte: 'Die beste Sozialpolitik, und hoffentlich eines Tages die einzige, ist Vollbeschäftigung' – schlagen die Einstellung von 142 Programmen im Wert von 5,4 Billionen Pesos (~6 Milliarden US-Dollar) vor, ein Wert, der dem Wahlkampfversprechen von Präsident José Antonio Kast entspricht.
Die betroffenen Bereiche gehen über die bereits hervorgehobenen Bildungsprogramme (wie die Schulspeisung für 2 Millionen Kinder, den Unterstützungsfonds für öffentliche Bildung und Lehrerstipendien) hinaus und umfassen 25 Gesundheitsinitiativen (z. B. Suizidprävention, Palliativversorgung) sowie 11 Wissenschaftsprogramme (z. B. Exzellenzzentren in der Forschung).
Die Kritik nahm zu: Der Astronom José Maza warnte, dass Chiles Ausgaben für Forschung und Entwicklung (0,36 % des BIP) auf 0,29 % fallen würden, was unter dem Wert vieler afrikanischer Nationen läge. Der Pflegeverband prangerte Risiken für die öffentliche Gesundheit an. Die Vorsitzende der oppositionellen PS, Paulina Vodanovic, nannte es den 'Nationalen Zerstörungsplan'; Carolina Tohá von der PPD bezeichnete es als ideologischen 'Paradigmenwechsel'.
Minister Quiroz hat – wie bereits im Zuge des Aufruhrs um die Bildung klargestellt – bekräftigt, dass die Memos lediglich 'programmatische Orientierungen' ohne endgültige Entscheidungen darstellen und Teil der routinemäßigen Budgetvorbereitung seien.