Oleksandra Oliynykova verweigerte nach ihrem Erstrundenmatch bei den Charleston Open den obligatorischen Handschlag mit Polina Kudermetova. Kudermetova, die Ende letzten Jahres von der russischen zur usbekischen Staatsbürgerschaft gewechselt war, drehte die Partie und gewann mit 3:6, 7:6 (1), 6:4. Eine Anzeigetafel informierte die Zuschauer vorab darüber, dass kein Handschlag stattfinden würde.
Auf dem Althea Gibson Club Court war die Spannung nach Spielende deutlich spürbar. Die Offiziellen zeigten die Mitteilung: „Die Spielerinnen werden sich am Ende dieses Matches nicht die Hände schütteln. Wir danken Ihnen für Ihren Respekt gegenüber beiden Athletinnen nach dem Spiel.“ Beide Spielerinnen schüttelten getrennt voneinander dem Schiedsrichter die Hand, bevor sie zu ihren Bänken zurückkehrten, wie Christian’s Court am 31. März 2026 auf X (ehemals Twitter) berichtete. Kudermetova war sich Oliynykovas Haltung im Voraus bewusst und näherte sich dem Netz nicht. Oliynykova, die aus Kiew stammt, vertritt angesichts des anhaltenden Konflikts eine klare Linie und verweigert die Anerkennung von Spielerinnen mit russischem Hintergrund. Sie erklärte zuvor: „Es geht um Menschlichkeit, Menschenwürde und grundlegende menschliche Werte. Ich kann das nicht ignorieren.“ Ihre Haltung spiegelt die breiteren Debatten im Tennis über die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten wider. Kudermetovas Staatsbürgerschaftswechsel hat zu familiären Spannungen geführt. Ihre Schwester Veronika Kudermetova, ehemalige Weltranglistenneunte, sagte dazu: „Ich unterstütze ihre Entscheidung nicht; sie hat niemanden konsultiert; es ist ihre persönliche Wahl. Ich glaube, ihre Motivation... ist sowohl finanzieller Natur als auch der Wunsch, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.“ Ungeachtet der Ereignisse abseits des Platzes gelang Kudermetova nach zwei Punkten vor der Niederlage im zweiten Satz noch das Comeback. Die usbekische Qualifikantin trifft nun auf die an Nummer 9 gesetzte Leylah Fernandez. Die Weltranglisten-71. Oliynykova setzt ihre Tour-Karriere nach ihrem Grand-Slam-Debüt bei den Australian Open fort.